Manchmal sagen wir was und wir bereuen es später. Es passiert. Wir sind schließlich Menschen, keine Maschinen. Wenn man ein Elternteil ist, weißt man selten alles, weil niemand als Elternteil geboren wird. Eins zu werden ist ein Prozess. Wörter, die in Wut und Unwissenheit gesprochen werden – es passiert, aber es soll nicht normal sein. Elterliche Verantwortung lässt uns darüber nachdenken, was nach solchen Botschaften in den Köpfen und Herzen der Kinder bleibt? Ich sage nicht, dass man immer vorbildlich antworten und reagieren muss, aber ich denke, dass die elterliche Verantwortung eine ständige Suche fordert.

  1. „Wegen dir schreie ich jetzt, geh in dein Zimmer und überleg dir dein Verhalten“. Vielleicht ist es besser sich auf Erklärungen zu konzentrieren, statt Schuld und Strafe für schlechtes Verhalten beim Kind zu erzeugen. Wenn die Wut über den gesunden Menschenverstand steigt, dann gibt es keine Chance zu sehen, woher diese unerwünschten Verhaltensweisen kommen.
  2. „Du hast gezappelt und hast du wieder Saft auf den Tisch ausgeschüttelt“. Warum kannst du nicht ruhig an dem Tisch sitzen?!“. Besser ist, deinem Kind zu zeigen, wie es, in einer bestimmten Situationen, eine Lösung findet, statt sich ärgert wegen natürliches verhalten. In einem bestimmten Alter ist die Bewegung die Grundlage für die Funktion des Kindes und deswegen wird er immer unruhig sitzen. Sich zu bewegen – es ist ein angeborenes Bedürfnis. Anstatt das Bedürfnis nach Bewegung zu stillen, kannst du bestimmte Einzelheiten vorschlagen, die das Risiko von Problemen reduzieren, z.B. Tasse mit einem geschlossenen Deckel, entfernen von Trinken aus der Reichweite des Kindes, usw.
  3. „Du wirst nicht vom Tisch aufstehen bis du nicht gegessen hast“. Besser ist dem Kind die Konsequenzen seiner Entscheidung zu zeigen, statt für Kind zu entscheiden und ihm zu bestrafen. Natürlich kann ein Kleinkind nicht immer und überall für sich selbst entscheiden. Ist aber Wert dem Kind eine Chance zu geben, wenn es eine solche Möglichkeit gibt. Erklär mit Ruhe: „was passiert wenn…“, weil Dinge, die für Erwachsene offensichtlich sind, ein Rätsel für ein Kind sein können. Vielleicht weißt er nicht, dass er schlecht gelaunt ist, wenn er hungrig ist. Vielleicht muss er auch nicht alles, was auf seinem Teller liegt, essen.
  4. „Du kannst dich nicht benehmen, wir werden nicht länger spielen. Wir gehen nach Hause!“. Wenn dein Kleinkind sich nicht „nach deinem Geschmack“ benimmt, ist es besser darüber nachzudenken: „Warum er es tut?“ anstatt schwierige Situation sofort abbrechen. Ein Kind, wie jeder, denkt, fühlt und hat einige Vorstellungen von der Welt. Oft gehen sie nicht Hand in Hand mit unseren Erwartungen. Deswegen entstehen Kommunikationskonflikte und Verhaltensweisen, die wir nicht verstehen.
  5. „Nein, weil ich so gesagt habe. Ich bin deine Mutter (bzw. dein Vater) und ich habe das Recht dazu“. Es ist schwer solche Argumente zu wiedersprechen und genauso schwer zuzustimmen. Die Situation ist eine Pattsituation. Es gibt definitiv keinen Respekt für das Kind in dieser Aussage, von dem einige Dinge von der Position „weil ja!“ verlangt werden. Es ist schwieriger, aber auf lange Sicht besser, ein Kind zu lernen: wenn Eltern um etwas bitten, sind das keine Befehle, es muss dem Kind nicht gefallen aber es gibt Raum für Diskussionen. Es geht nicht darum, dass das Kind uns überredet und Bitten nicht erfüllt, sondern um das, dass es versteht und weißt warum Eltern bitten mich um etwas.
  6. „Na gut, schon gut, hör nur auf zu jammern“ Respekt für ein Kind bedeutet auch ihm zu zeigen, dass das Argument, Rebellion und sinnvolle Konversation zu einer Meinungsänderung führen kann. Soll das aber echte Diskussion sein und nicht einfach nachgeben weil: „er hat so lange gejammert“. Auf lange Sicht wird das Kind so verstehen, dass alle die Bitten, Verbote, elterliche Anordnungen von geringer Bedeutung sind. Man darf sie ignorieren und noch dazu schreien.
  7. „Wenn es dir egal ist, dann mir auch“. Eigentlich ist nicht ganz klar um was in dieser Aussage geht. Wahrscheinlich versteht das Kind auch nicht. Konkret reden statt allgemeines „Blabla“. Dies hilft die Konsequenzen einiger Maßnahmen zu erkennen und in Zukunft bessere Entscheidungen zu treffen. Es wäre besser zu sagen: „Wir haben uns geeinigt, dass wir ins Kino gehen, aber nur dann, wenn du bis 17:00 Uhr alle Hausaufgaben machst. Du hast nicht alles gemacht, deshalb gehen wir heute nicht ins Kino“. Es bedeutet nicht, dass nach dieser konkreten Aussage keine Welle der Traurigkeit und Trennen kommt, Enttäuschung und das Gefühl: „Ich habe die härtesten Eltern der Welt“. Es ist auch gut wenn es passieren wird. Das Kind lernt auf diese Weise verantwortlich zu sein und mit Enttäuschungen/Niederlagen umzugehen. Zuhause ist ein sehr guter Ort um es zu tun. Dort sind sichere Bedingungen, Respekt vor Enttäuschungen und Traurigkeit aber auch konsequente Eltern.
  8. „Wie liebst du mich nicht? Ich bin doch deine Mutter“. Wenn wir das hören, wollen wir selber weinen oder schreien. In solchen Situationen ist es jedoch besser tief zu atmen und zu überlegen, dass es nicht jeder solche Aussage lohnt sich auf Herz zu nehmen. Worte können wehtun, aber manchmal sind es nur Worte und Erwachsene ist emotional reif (ich wette so optimistisch) und fähig dem Kind zu erklären, wie man anders Wut rauslassen kann.
  9. „Bist du wieder wütend? Was ist diesmal?“. Wut und alle anderen negativen Emotionen sind meistens nicht lustig, anstrengend und wir mögen sie nicht – aber sie sind da. Sie sind in uns Erwachsenen und auch in Kinder. Je öfter ein Kind hört: „Hör sofort auf“, desto schneller wird es zu dem Schluss kommen, dass Wut oder Ärger falsch sind. Es lohnt sich einfach nicht (meine Mutter schickte mich in mein Zimmer und ich brauche Nähe), ist frustrierend (sie sagen, dass ich aufhören soll und ich kann es nicht tun – mit mir stimmt was nicht) und ist allgemein nicht in Ordnung. Alle Emotionen sind wichtig. Du kannst keinen glücklichen Mensch erziehen, der nur diese positiven Gefühle zeigt. Die Form, diese Gefühle zu zeigen, ist eine andere Sache.
  10. „Ich weiß nicht mehr, was ich tun soll. Manche sagen so und andere wieder was anders“. Eben! Wenn jeder etwas anders sagt, es lohnt sich nach Informationen zu suchen, eigene Meinung bilden und eine eigenen „Aktionsplan“ zu entwickeln. Elterliche Intuition + Verantwortung = mächtige Waffe. Anstatt sich über zu viele Informationen beschweren, besser ist ein paar interessante Bücher studieren, mit erfahrenen Leuten reden, es durch eigene Ideen und Bedürfnisse filtern und dann wählen, was für die Familie das Beste ist. Es ist eine Aufgabe, die niemand für Eltern tun wird, nur einen Weg blind zu folgen, kann mit Enttäuschungen enden: „Was ist schief gelaufen?“: