Der zweite Geburtstag ist eine wundervolle Zeit. Du müsst das Kind nicht mehr tragen, meistens kann schon gut laufen und lernt zu sprechen. Ein Zweijähriger wird die Kerzen auf dem Kuchen selbst ausblasen und du kannst mit ihm kommunizieren. Einfach mit Worten kommunizieren was eine großartige Erfahrung ist. Kurz nach dem zweiten Geburtstag die Zukunft erscheint in leuchtenden Farben.

Auf Anfang ist der Zweijährige ruhig, fröhlich, neugierig auf die Welt und begierig darauf, neue Dinge zu kennenlernen. Lass dich nicht täuschen, es wird nicht ewig dauern. Ungefähr ein halbes Jahr, dann wird Rebellion kommen (auch bekannt als Trotzphase oder Pubertät des Zweijähriges). 

Nein, ich kann kein bestimmtes Datum angeben. Dies kann ein halbes Jahr früher oder später geschehen und es sieht nicht immer gleich aus.

Ängste kommen

Bevor es zu ihm kommt (die ersten Symptome übersiehst du nicht, keine Sorgen), beobachte das Verhalten des Kindes sorgfältig. Bei Zweijährigen kommen Ängste, die sie vorher nicht hatten. Sie fangen an vor einen LKW, Flugzeug oder Staubsauger Angst zu haben.  Allgemein, mag das Kind keine Großen, sich schnell bewegenden Objekte und Lärm. Ein Zweijähriger kann auch mit weinen auf Schatten reagieren. Es gibt einige Unannehmlichkeiten mit diesen Ängsten. Bei der Planung mit einem Zweijährigen, sollst du sie berücksichtigen. Wenn du siehst, dass dein Kind große Angst vor Lärm hat, dann mach in diesen Urlaub mit ihm keine Flugreise. Es ist eine große, unverständliche Maschine, man kann als Zweijährige Angst vor ihr haben.

Die Schwierigkeit, diese Ängste zu überwinden, ist dies, dass du nicht wirklich das erklären kannst. Wenn du sagst: „Es gibt nix, vor dem man muss Angst haben“, reicht es nicht. Dies gilt nicht nur für LKW oder Schatten, aber für die ganze Realität.

„Es ist nur ein Auto“ oder Es ist nur ein Schatten der Garderobe“ – das kannst du sagen. Das ist eine Erklärung und es ist wahr. Nun, es ist eine erwachsene Wahrheit. Ehe schlechte Chancen, mit rationaler Erklärung, bei Zweijährige Ängste verjagen. Nur ein Schatten für dich, aber für Zweijährige dunkles etwas, etwas seltsames, mysteriöses. Wenn du helfen willst, versuch auf irgendeine Weise, es beseitigen oder vermeide Orte, an denen das Kind Angst hatte. Auf tiefes Wasser werfen und mit große Ängste zu konfrontieren, um sie zu überwinden, ist kein Weg für ein unreifes Nervensystem. 

Allein, d.h. auf eigene Weise

Im Allgemeinen beginnt ein Zweijähriger langsam zu entdecken, dass die Welt manchmal gefährlich ist. Das wichtigste ist, das er das Bedürfnis hat, verschiedene Dinge selbständig und auf eigene Weise zu machen. In Kombination mit den Gefahren der Welt ist es eine explosive Mischung. Wenn bis jetzt ausgehen vom Haus keine Schwierigkeiten machte, es kann sich jetzt herausstellen, dass Schuhe anziehen, wird Folter sein. Du fängst an Schuhe anzuziehen und hier: trete er mit Beine, nimmt Schuhe und wirft sie weg. Dazu noch eine solide Portion Tritte und verschiedene Tricks, die vorher nicht gemacht hat. Vielleicht kann dein Zweijähriger schon dir sagen, dass er seine Schuhe, selbst und auf seine Weise, anziehen möchte. Es ist auch möglich, dass er kann es noch nicht sagen (kommunizieren). Dir muss das einfallen, dass er das will. Ich weiß, dass das trampeln beim Anziehen lästig und nervig ist und das erste, was dir in den Kopf kommt ist; erst Überraschung, dann Nervosität und dann flippst du aus. 

Dann denkst du: „Was ist los? Wahrscheinlich Oma/Tante/Papa hielten sich nicht an die Regeln und jetzt fang er mit Spinnerei an“. Vielleicht das arme Kind müde ist, traurig, hat schmerzen? Keines dieser Dinge. Das Kind möchte einfach selbst Schuhe anziehen. Meistens, kann er noch nicht, deshalb ist gestresst. 

Was ist los?

„Als Mama hat das gemacht, sah es ziemlich einfach aus und wenn ich probiere klappt nicht, ist unbequem und komisch. Mama nimmt mir Schuhe weg und streitet mit mir. Was ist los?“, Diese Jahr, Jahr der Rebellion (Trotzphase, Pubertät des Zweijähriges) wird voller Überraschungen sein. Sei denn erlaubst du diese Rebellion, weil ein Zweijähriger wird nie aufgeben. Es ist ein Bedürfnis, Primärinstinkt, der zeigt, dass das Kind entwickelt sich, reift. Reifung- wie man weißt, kann schmerzhaft sein. 

Sichere Zustimmung

Okay, ihr kämpft miteinander um diese Schuhe, aber wie weiter? Es besteht eine große Chance, dass ein Zweijähriger in Hysterie gerät. Mach dir keine Sorgen. Nur das erste Mal wird schwierig sein, weil du schockiert sein wirst. Du wirst den nächsten als Norm betrachten. Es bedeutet nicht, dass du dein Kind, mit diesen Emotionen, allein lassen darfst. Dein Kind ist auch von die ganze Rebellion sehr müde.

Mein Weg war, manche Dinge auf eigene Weise tun zu lassen. Natürlich nicht immer und nicht überall. Wenn mein Kind aber, für einen Moment, im linken Schuh am rechten Bein laufen wollte, habe ich erlaubt. Nicht für heiligen Frieden, aber das es weißt, dass ich ihn unterstütze. Wenn mein Kind, auf diese Weise, seine Unabhängigkeit zeigen wollte, dann in Ordnung. Volle Akzeptanz. Es passierte auch, dass es nach draußen barfuß ging wo nass und kalt war. Es kam ganz schnell zurück. Ob ich Angst hatte, dass es sich erkältet? Ein bisschen. Ich entschied jedoch, dass die Gefahr sehr klein ist. Es war ein Moment. Statt tausende Male zu erklären, habe ich erlaubt zu überprüfen, wie es ist auf s eine Weise draußen zu gehen. Sie selbst kam zu dem Schluss ob es ihr gefallen hat. Das hat funktioniert. Also, wenn es sicher ist und wenn du die Möglichkeit hast, lass es auf eigene Art machen. Das Kind braucht es und du auch.

Wenn ein Zweijähriger mit kalten Füßen zurückkehrt, erwartet er Verständnis und nicht ironische: „Und wie? Habe ich doch gesagt“. Zeigt, dass du an seinen Erfahrungen interessiert bist. Frag, wie er sich fühlt, ob er genau das prüfen wollte. Mach keine großen Sachen daraus. Es ist Lektion wie jede andere. Vielleicht viel besser und interessanter als ein Kind vor ein Märchen sitzen lassen. Ist es wirklich so schlimm dem Kind erlauben zwei verschiedene Socken zu tragen? Und bei einer Familienfeier mit Plakatfarbe bemalten Haaren auftreten?

Wenn du es nicht für heiligen Frieden machst, nur betrachtest es als bewusste Lektion (eigentlich als Erfahrung) diese Welt wird deswegen nicht untergehen.

Ich weiß, manchmal rastet man aus. Zähne zusammenbeißen! Gib einem kleinen Menschen ein wenig Freiheit. Das hat großer Bedeutung für den Aufbau von Beziehungen mit der Umwelt.

Wenn du alles verbietest- natürlich für das Wohl des Kindes- und es wird immer auf deine Weise, weil du besser weißt, dann wirst du ein Kind erziehen, das nicht für sich selbst kämpfen kann (kann sich nicht verteidigen). Sind immer warme Füße es Wert?

Entscheidungen treffen

Ein anderer Weg ist es, über sich und Familienleben, entscheiden zu lassen. Ein Zweijähriger ist bewusst, dass du von seiner rebellischen Haltung müde bist und genug hast. Es ist aber nicht immer so. Du siehst es deutlich und klar, dass er sich jeden Tag, auf alle mögliche Arten, entwickelt. Nutz das aus. Lass ihn entscheiden. Entscheidungen, die ein Kind in diesem Alter treffen kann, sollen auf geschlossene Wahlen beschränkt werden. Wenn du deinem Kind zeigen willst, dass dir seine Meinung wichtig ist und gibst ihm die Freiheit zu handeln, frag z.B.: „Was essen wir heute zum Frühstück? Sandwiches oder Rührei? Welchen Joghurt magst du essen? Mit Erdbeeren oder mit Apfel? Welche Hose willst du heute anziehen? Grüne oder rote?

Diese Entscheidungen treffen auf das Kind selbst zu und was in eurem Zuhause passiert, z.B.: „Möchtest du der Staub in deinem Zimmer oder in der Küche wischen?“.

Es ist eine ernste Entscheidung über die Reinigung zu Hause. Natürlich wird dein Kleinkind es nicht so machen wie du, aber sollst du schätzen seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Auf gar keinen Fall korrigiere es nach dem Kind vor seinen Augen. Du verletzt ihm und zeigst, dass es nicht kann. Wenn du dem Kind erlaubst diese kleinen, aber wichtigen Entscheidungen zu treffen, wird nicht so viel rebellieren. Es liegt daran, dass das Kind denk so: „OK. Es ist genauso wie ich es will“. Zusätzlich bereitest ihm auf die Unabhängigkeit vor, z.B. beim ankleiden und auf der Zusammenarbeit mit Erwachsenen. Es wird sehr nützlich sein, wenn (schon bald), das Kind mit Kindergarten Realität konfrontiert wird.

Flexible Geduld

In all dem, musst du aber so gut vorhersagen, wie Wahrsagerin und genau wie Scharf- Schützer sein. Um das Leben zu erleichtern, leg vor dem Kind nur zwei Paar Hosen (Joghurt, Socken oder was du ihm gibst). Lass es die Wahl geschlossen sein. Wenn du die ganze Schrank mit Kleidung öffnest und stellst geschlossene Frage: Willst du heute grüner oder rote Hose anziehen?“, sei sicher, dass dein Kind wird gelbe Hose wollen. Die leichte, für Sommer ☺ obwohl draußen Winter ist.

Ähnliche dramatische Szenen (wie z.B. beim Schuhe anziehen) werden in diesem zweiten Lebensjahr eine ganze Menge sein. Trinkbecher hat falsche Farbe, hast du einen Teller auf die falsche Seite gelegt, hast falsche Märchen für gute Nacht gelesen. 

Zweijährige macht es nicht böswillig, er muss einfach und will wissen wo deine Grenze ist. Du bist ein Erwachsener und du selbst setzt diese Grenzen. Dein Kind wird dich auf alle möglichen Weisen testen. Es besteht auch bei Zweijährigen die Notwendigkeit, die Welt, dich und andere Menschen, zu beeinflussen. In Konfrontation mit den Regeln der Eltern, entstehen Spannungen. Erwarte, dass du das Ziel sein wirst wenn geht um Grenzen Überschreitungen zu üben. Mama, wer sonst? Mama ist dafür am besten geeignet. Bei dir passiert das alle auf eine sichere Basis und völlig natürlich.

Technik beherrscht

Zwingen, Hysterie, Gejammer, Schrei, Weinen – das sind alles Techniken der Kommunikation mit der Welt. Das, dass die Welt es nicht versteht, es ist sein Problem. Die Welt muss es verstehen! Es wird wie er das will oder gar nicht. Regeln? Welche Regeln?

Muss es immer so sein? Nein, nicht immer. Viele Mütter sagen, dass sie sich nicht an die Rebellion (Trotzphase) eines Zweijährigen erinnern und wahrscheinlich ist es ein Mythos. Das ist kein Mythos. Es ist eine natürliche Entwicklungsstufe, kommt oft vor und man kann überleben. 

Was kannst du tun? Es gibt keinen anderen Weg, du musst erklären und zwar in eine einfache Sprache.

Gespräch mit einem Zweijährigen

Ein Zweijähriger reagiert auf seinen Namen, kennt eure Namen und kann sie sagen. Wodurch ist klar, dass Mama heißt „Mama“ und Papa Heißt „Papa“. Das Kind kommuniziert größtenteils mit Hilfe des Zeigens. Du zeigst irgendwas oft und das Kind weißt um was geht. Sag auch Worte. Überaschenderweise erinnert es sich sogar an komplizierte Namen (sogar ohne zu sprechen, immer noch mit zeigen). In Kommunikation mit einem Zweijährigen geht es nicht um Genauigkeit, mehr um etwas wie Gebärdensprache.

Hier und jetzt

Rede mit einen Zweijährigen mit kurzen Sätzen. Du sollst Informationen auf seiner Ebene vermitteln. Lass dich nicht täuschen. Ein Zweijähriger lernt erst sprechen. Das Kind kann auch ganze Sätze sprechen, trotzdem versteht die Welt nicht so wie Erwachsene, wiederholt nur, was er von uns hört. Du wirst Zweijähriger besser verstehen, wenn du das merkst, dass er hier und jetzt lebt. Für ihn ist wichtig, was hier und jetzt passiert. Deswegen ist es am besten, hier und jetzt zu handeln und Beispiele verwenden, die für das Kind im diese Moment sichtbar sind. Wie genau? Sagen wir, di willst deinem Kind beibringen Farben zu unterscheiden.  Dann sagst du: „die Zitrone ist Gelb“. Wenn du es so beendest, ist es, als hättest du nix gesagt. Zu zeigen was du sagst ist von entscheidender Bedeutung. Also, zeig diese Zitrone, gib dem Kind in Hand und das ist der beste Art, um mit einem Zweijährigen zu sprechen. Wenn du erklären willst, was der Wind ist, verwandle dich in den Wind, geh bei windigem Wetter nach draußen. Es gibt keinen anderen Weg. Zweijährige kann sich keine Dinge vorstellen, die er nicht kennt.

Zwei Wörter

Was wichtig ist, bei Zweijährigen überwiegen zwei Wörter: „nein“ und „meins“ (bzw. „gehört mir“). „Die Schuhe sind meins. Zieh sie mir nicht an“, „Die Spielzeuge gehören mir. Mama gehört mir“, „Mama, nein! Ich will nicht baden“. Schön, wenn das Kind das alles klar sagen könnte. Leider wird es nicht sagen. Außer „meins“ und „nein“, den Rest musst du am häufigsten erraten. Habe aber keine Angst. Alle diese Gespräche sind grundsätzlich sehr angenehm. Viele Eltern entdecken  in diesem Moment die Welt neu. Sie fangen an ihn furch die Augen eines Kindes zu sehen und das ist eine ganz andere Perspektive. Auf der einen Seiten ist anstrengend, aber auf der anderen Seite sehr erfrischend.

Die Rock festhalten

Diese Gespräche bilden eine sehr wichtige Beziehung zwischen dir und dem Kind. Außerdem, diese Beziehung existiert schon längst. Für Zweijähriger ist Mutter das wichtigste. Jetzt können Ängste kommen, die mit dem Abschied verbunden sind (auch wenn das für paar Minuten ist). Ist egal, dass das Kind bereits mit Großeltern oder einem Babysitter geblieben ist. Deshalb nach einem leichten Atemzug, wenn du dein Kind nicht mehr tragen musstest, kehrt oft das Kind wieder auf Hände zurück.

Das Beste, was du in dieser Situation tun kannst ist diesem kleinen, in der Welt verlorenen „Monster“☺, mal umarmen, mal frei lassen. Abhängig von das, was er braucht.

Lass das Kind laufen, lass ihn stolpern, lass ihn die Welt kennenlernen. Zeig auf der einen Seite, dass du hier und jetzt für ihn bist. Sag auch nicht, dass er schon sehr selbständig ist. Das, dass er schreit: „selber, selber“ bedeutet nicht, dass es in jedem Aspekt des Lebens (in seiner Welt) gilt. 

Und doch entkommen

Es kann gut während eines Spaziergangs gesehen werden, wenn dein Zweijährige wegläuft. Für ihm ist es keine Flucht sondern läuft auf das Objekt zu. Selbst dann versucht dein Kind dich im Auge behalten. Er hat Angst, dass er Mama „verliert“. Selbst, wenn es „Verlust“ nur für einen Moment wäre.

Vergiss nicht während dieser rebellischen Momente, wenn du einfach genug hast. Es will dich trotzdem sehen. Vielleicht möchte nicht umarmt werden, mag dich jetzt nicht, aber möchte wissen, dass du in der Nähe bist. Das Kind versteht seine eigenen Gefühle nicht, sie sind für ihn neu.

Neugier im Blut

Eine gute Lösung dies unter Kontrolle zu haben, ist das Kind an neue Orte bringen, Sehenswürdigkeiten zeigen. Langweile ist dein größter Feind. Langweile verursacht Nervosität, schreien, weinen und Gejammer. Es muss nicht jeden Tag ein Vergnügungspark für Kinder sein. Einmal ein Ausflug in den Wald, ein anderes Mal zusammen kochen, einen Turm aus Steinen aufstellen. Alles ist neu. Das Paradoxe ist das, dass außer dem Druck auf was neues, Zweijähriger braucht auch Stabilität und Routine, wie z.B.: Mittagschlaf (gleiche Zeit), Abends Rituale, Spaziergänge. Irgendwie muss es zusammen funktionieren und das ist deine Aufgabe.

Bildung durch Spiel

Während der einen und anderen Aktivitäten, kannst du dem Kind immer was beibringen und das ist ein weiterer wichtiger Aspekt. Fang an einfache Dinge zu lernen, z.B. bis 10 zählen, Farben, Tiere und ihre Laute, auch Buchstaben (es ist nie zu früh). Dadurch erweiterst du das Wörterbuch des Kindes  und lernt es schneller, über seine Bedürfnisse, sprechen (kommunizieren). Das ist z.B. im Kindergarten sehr wichtig, wenn der Dreijähriger kann Erzieherin sagen was ihm fehlt, dass er schmerzen hat und dir, dass er glücklich ist. Das Kind wird von dieser Art der Ausbildung begeistert sein. Wird jedoch nicht begeistert von zusätzlichen Sachen. Oft melden Eltern ihre Kinder für organisierte Aktivitäten. Dann sind sie überrascht, dass das Kind nicht zufrieden ist. Wenn du einen Dreijährigen meldest, im Rahmen einer Vorschulanpassung, an – ist in Ordnung. Dort lehrt der Erzieher, wie man mit einem Erwachsenen zusammenarbeitet und wie man sich in einer Gruppe verhält.

Wenn du einen Zweijährigen meldest an um Englisch zu lernen oder Klavier zu spielen, es ist wahrscheinlich ein bisschen zu früh. Grundlagen kannst du dem Kind selber beibringen. Natürlich entscheiden die Eltern selbst darüber. Du sollst jedoch berücksichtigen, dass das Kind in der Phase der Rebellion ist und erfordert die Welt zu tanzen, wie er spielt. Dann kann sich natürlich dort ziemlich schlecht und verloren fühlen. 

Wer ist hier der Boss?

Man soll immer den Bedürfnissen des Kindes folgen, aber das bedeutet nicht, dass du die Regeln nicht festlegen sollst. Kein Kind regiert das Haus, sondern Erwachsene. Ich weiß nicht ob „regieren“ das richtige Wort ist. Ich meine mehr „Regeln zu setzen“. Es kann doch ein Zweijähriger nicht tun. Er weiß über die Welt nicht viel und versteht nicht was Konsequenzen (Folgen) einiger Handlungen sind. Du bist ein Erwachsener und du entscheidest über die Regeln in eurem Haus. Verlange, dass die Regeln beachten werden – konsequent!

Was wenn das Kind nicht hört?

Bewaffnet mit Geduld zu sein, viel erklären und zeigen einfache Aktionen und Reaktionen – das ist alles was ich raten kann. Beispiel: wenn gilt Regel, dass das Kind kein Telefon weg wirft, dann lass es außer sichtweiter und nicht vor Augen deines Kindes. Wenn es jedoch in die Hände des Kindes fällt, bitte um das Telefon nicht zu werfen. Ist klar, dass  es wegwirft. Das macht doch Spaß. Bitte dann der zweite und dritte Mal. Erinnere an die Regeln und warne, dass du das Telefon wegnimmst.

Wenn das Kind ihn immer noch wirft (d.h. reagiert nicht auf deinen Kommentar), nimm einfach das Telefon weg. Das aber auch auf eine vernünftige Art und Weise: kein jagen eines Kindes, kein kitzeln, um das Telefon loszulassen und nicht aus dem Hand reißen. Du kommst, nimmst es vom Boden und erklärst warum das Kind nicht damit spielen darf. Du kannst dich auf diese Aktion vorbereitet und etwas zum Austausch vorschlagen. 

Sozial oder Asozial?

Ein Zweijähriger beginnt einerseits sich für andere Kinder zu interessieren, anderseits beginn sich auch zu schämen. Und hier gibt es Zweifel, besonders für Eltern. Bald kommt Zeit für Kindergarten und mein Kind rennt aus dem Sandkasten. Ja, das Kind rennt meist weg vor jüngeren Kinder. Vielleicht rennt es nicht so sehr davon, als es an dir hängt. Es gibt Tage, an denen dein Kind ohne Probleme in der Sandkaste sitzt, es gibt aber auch Tage, an denen will es nicht. Mach nix mit Gewalt: „weil er lernen muss“. Dein Kind wird lernen und hat dafür die nächsten zwei Jahre. Es kann so lange dauern, also mach dich bereit. Wenn ein Zweijähriger möchte, dass du mit ihm im Sandkasten sitzt, dann mach das. Das ist keine verschwendete Zeit. Auf diese Weise baust du ein Sicherheitsgefühl. Das Kind wird manchmal ohne deine Anwesenheit spielen. Vielleicht ist es dann der Anfang dieser Verwandlung in einen unabhängigen kleinen Mensch. Vielleicht interessierte ihn nur etwas für ein Moment. Egal was, keine Aussagen wie: „o man, gestern hast du doch so schön alleine gespielt“ beschleunigen die Reifung. Im Gegenteil.

Kämpfe um Schaufel

Andere Kinder, obwohl sie interessant sind, sind auch nervig. Sie nehmen Spielzeuge, stoßen, zerstören Figuren aus dem Sand. Wenn ihr, in der Sandkaste, ein paar Zweijährigen trifft, dann ist das ein garantiertes Armageddon. Das Kind versteht die Prinzipien des Teilens mit anderen noch nicht.  Das bedeutet nicht, dass du ihm nicht erklären sollst. Ein Kind versteht auch nicht: „spielen mit anderen Kinder“ wie Erwachsene das versteht. Ein Zweijähriger beobachtet andere Kinder – ältere und jüngere, interagiert nicht, aber er lernt bestimmte Verhaltensweisen.

Einzelheiten sind entscheidend

Wenn du schon die Regeln festlegst, kümmert dich um das, dass sie für Zweijährige lesbar sind. Manchmal sehe ich in Kindergärten die Tafeln mit Regeln für Gruppen, wo mit großen Buchstaben geschrieben ist: „Wir sind artig“. Was bedeutet das? Für ein Dreijähriger Kind nicht viel und für ein Zweijähriger schon gar nix. Artig, bzw. brav zu sein ist keine Regel. Nur die Einzelheiten zählen. Präzision bis geht nicht mehr. Wenn du die Regel festliegst: Ist verboten auf dem Bett zu springen“, dann schießt du dir selbst ins Knie. Du hast nicht angegeben auf welches Bett darf man nicht springen. Zweijähriger wird auf alle Betten springen um zu erfahren welches Bett ist verboten. Du aber nimmst es, als Bruch die Regel, oder? So denkt ein Kind, er meint das nicht böse. Und wir? Wir leben oft noch mit diesem früheren Bild unseres Kindes. Wie es dazu kam, dass eines Tages, ein kleiner „Monster“ aufwachte? Wo ist das lächelnde Baby? Ist immer da. Nun, gerade reift, braucht aber Nähe, Unterstützung und Verständnis. Vor allem, weil es das Alter ist, in dem Kinder Probleme mit einschlafen haben. Ja, als ob nicht genug wäre.

Probleme mit dem Einschlafen

Wenn du, nach einem harten Tag mit einem Zweijährigen, träumst nur davon dich hinzulegen und einschlafen, aber er kann nicht einschlafen. Er hatte auch einen Tag volle Erlebnis und genau das was dich so fertig gemacht hat, machte seine Emotionen ziemlich durcheinander. Dann, nach dem lesen die Märchen, beginnt: Pipi, trinken, essen usw. Manchmal ist es echtes Bedürfnis, aber öfter eine meisterhafte Manipulation. Auch hier hilft die strikte Haltung von Regeln.

Spiele, die die körperliche Entwicklung eines Zweijährigen unterstützen.

  • Springen durch die Pfütze oder kleine Dinge (das Gleichgewicht wird besser).
  • Gehen die Treppe hoch und runter (Muskeln und Gleichgewicht).
  • Rennen mit häufigem Richtungswechsel (Balance und Richtungswechsel).
  • Bauen einfache Hindernisparcours, auch zu Hause, z.B.: Kissen zum durchspringen (Konzentration auf die Aufgabe und das Gleichgewicht).
  • Rennen (laufen).
  • Lustige Spaziergänge, z.B.: vier Schritte vorwärts und zwei rückwärts (Zählen lernen).
  • Lass dir von einem Zweijährigen Bücher geben (oder andere leichte Gegenstände), auch von der oberen Regal (auf Zehenspitzen stehen).
  • Es ist auch gut, für ein paar Momente, auf den Zehen zu tanzen.
  • Zeichnen – das Kind soll schon versuchen, die Elemente zu zeichnen. Vor allem die Ringe (es werden keine schöne Ringe, aber der Arm soll durch kreisförmige Bewegung bewegt werden).
  • Spielzeug und Ausrüstung: Spielzeug, das an einer Schnur gezogen werden kann, Gummiball zum Fangen, Kirschkernkissen (zum Tragen oder auf sie barfuß zu laufen), große Puzzle, Seifenblasen, große Bausteine (um große Türme zu bauen und ihre Zerstörung), kleine Kästen zum Sammeln verschiedener Dinge, Fingerfarben, Sandkasten-Sets, Bilderbücher um zu  zeigen und Benennen (Sprechen fördern). 

Es ist nicht das Ende

Es ist nur der Anfang. Wenn du Fragen zur Entwicklung deines Zweijährigen hast, beantworte ich diese gerne. 

 Quelle und Bildrechte: Anna Jankowska