Seinem Kind vorzulesen ist keine Herausforderung. Ich bin ständig auf der Suche nach interessanten Büchern, z.B. auf der Buchmesse. Das ist mein Fetisch. Es ist wie die Jagd! Aber wenn wir schon zuhause sind und auf die Beute schauen… das ist schon andere Märchen.

Geht los!

Jeden Tag höre ich: Lesen! ER hat noch Zeit! In der Schule wird genug gelesen. Karolina hat ihr erstes Buch von Oma bekommen, eigentlich waren das zwei Bücher. Ich kann mich ganz gut erinnern, obwohl es war vor vielen Jahren. Das erste Buch war über einen Hund und das zweite über Katzen, ein Satz pro Seite und natürlich alles mit Rhymes. Karolina war damals 6 Monate alt und seitdem haben wir jeden Tag gelesen. Wirklich jeden Tag. Unser Bücherregal war sehr schnell voll.

Ich gebe offen zu, dass nach mehrmals gelesene Buch (manchmal 18 mal hintereinander) habe ich paar Ideen gehabt wie man diese Geschichten brutal beenden kann. Lustig! Meine Tochter hatte immer nicht genug. Mit der Zeit haben wir immer mehr Bücher gehabt und jede von der ersten bis zur letzten Seite gelesen.

Wundermittel gegen Langeweile

Das ist klar, oder? Es ist keine Herausforderung. All das was Mutter (oder Vater) mit seinem Kind jeden Tag tun, wenn noch nicht laufen kann, ist eingeschränkt. Ja ja, ich sehe auch was die Promis über Mutterschaft zu sagen haben: dass jeden Tag ist wie neue Abenteuer und Monotonie … neee….was für Monotonie? Na ja, bei mir war anders und Monotonie hat mich ganz fleißig begleitet.

Du kannst in dem Artikel Ich mag es nicht mit einem Kind zu spielen. Bin ich eine schlechte Mutter?

Ich habe mit Monotonie, unter anderem, mit Bücher gekämpft. Es war aber sehr schwierig, weil mit einem kleinen Kind ist praktisch unmöglich normal zu lesen. Das waren eigentlich schauspielerische Szenen.

Ich weiß, dass jede hält die Rituale für sehr wichtig, aber mal ehrlich, für die tägliche Lesung braucht man keine neue pädagogische Regeln schreiben. Es gibt kein Tag ohne Buch, ohne Lesung wenn das Buch für ein Kind normal ist, wie normal ist Spielzeug oder Töpfchen.

Je öfter desto einfacher ist es

Später, trotz der Müdigkeit, Rückkehr an den Arbeitsplatz nach Elternzeit und vielen anderer Aufgaben, ist viel leichter. Niemand, wirklich niemand kann mir sagen, dass man nicht jeden Tag lesen kann. Eine viertel Stunde vor dem Schlafengehen oder mehr, nach Lust und Laune. Das Buch ist besser als Entspannungstee, das ist ein Werkzeug das, nach der Arbeit, beim Runterkommen helfen wird. Natürlich tagsüber lesen ist auch toll. Jeden Tag.

Jemand fragte mich: Was ist mit Urlaub, Ausflug oder z.B. Weihnachten? Es gibt in dieser Zeit so viel zu tun und so viele Attraktionen. Man hat einfach keine Zeit dafür. Also…man vergiss im Ausland nicht wie man liest und eigene Sprache auch nicht. Außerdem, Weihnachtsessen und, was mit verbunden ist, ziemlich volle Bauch, passen perfekt zu dieser Gelegenheit. Es gibt keine Entschuldigung, wenn ein Kind daran gewöhnt ist, wird er verlangen dass du ihm liest. Wo seid ihr aktuell … ist für eure Kind gleichgültig.

Deswegen ist auch leichter, weil ist nicht notwendig daran zu denken, euer Kind vergisst einfach nicht JEDEN TAG ZU LESEN.

Es wird immer Platz für ein Buch geben. Egal ob man kleine oder große Koffer hat. Anstatt ein drittes Paar Schuh kannst du zwei Märchen mitnehmen. Ich glaube aber nicht, dass jemand muss so schere Entscheidungen treffen. 😉 Es gibt immer Platz für beides.

„Märchen verdauen“ ist sehr wichtig

Märchenwelt ist für unsere Kinder der perfekte Ort. Sie fühlen sich großartig im Land wo Tiere reden können und wo viele Sachen und Symbole sind. Es ist so, weil Kinder verleihen gerne Gegenständen oder Tieren menschliche Eigenschaften.

  • Dank der Märchenfiguren könne auch die Welt aus einer anderen Perspektive sehen, was beim Kampf mit Egozentrismus (ich, ich, ich meine, meine, meine) sehr behilflich sein kann.
  • Zusammen mit Märchenfiguren erleben sie nicht nur toller Abenteuer, aber auch Sorgen, Freude und Leid. Das alles hilft Empfindlichkeit und Empathie zu entwickeln.
  • Im Märchen sind klare Regeln. Ich nehme lieber ein kluge Märchen als ich 4-jährigen Kind erklären werde was bedeutet: ein guter Mensch zu sein, schön und hübsch zu sein, was bedeutet Korrekt gegenüber anderen zu sein und wie kann man das alles beurteilen.
  • In einer Fantasiewelt sind auch klare soziale Rollen und Gruppen. So stellen sich die Kinder gerne vor, was ihr großes Vorbild wohl in dieser Lage getan hätte und trauen sich vielleicht mehr zu.
  • Das ist keine Neuheit, Bücher erweitern den Wortschatz und Bildung, regen Fantasie an, Sinn für Schönheit und geben Traditionen weiter.
  • Ich sehe überall, dass die Märchen ist die Quelle der Freude und Optimismus.
  • In jedem Buch steckt Potenzial. Dieses Potenzial kann man erfolgreich einsetzen, z.B. um dem Kind helfen mit schwierigen Situationen umzugehen (wenn Eltern lassen sich scheiden, Probleme in der Schule usw.)

Deswegen „ich erlaube“ das Buch oder Märchen erleben. Trotz, dass ich schon dieses Buch 30 Mal gelesen habe und einfach nicht mehr kann. Es ist für unsere Kinder so wichtig! Wenn das Kind mich nochmal bittet zu lesen, ist das Information für mich. Heißt das, dass das Märchen ein Volltreffer war und hat Bedeutung. Wichtig ist dann eure Kind mit Gedanken nicht alleine lassen.

Natürlich ich freue mich sehr auf innere Reflexion, aber das Gespräch ist genauso wichtig.

Je kleiner das Kind desto ist für ihm schwierige das alles zu begreifen. Gespräch ist sehr hilfreich auch wenn eure Kind erzählt die Märchen mit eigenen Worten. Ich vergesse manchmal was hat Pippi oder Prinzessin erlebt um zu sehen wie meine Tochter das alles sieht.

Es gibt zurzeit sehr viele wertvolle Bücher. Sie beschäftigen sich mit verschiedenen Themen. Ich versuche mich, als Eltern, in dieser Markt zu orientieren. Es ist genauso wie mit Spielzeugen. Nicht alles was weithin beworben ist, ist bemerkenswert.

Irgendwie muss man sich in diesem Meer der Möglichkeiten erfinden. Manchmal wird das (das Buch) Flop, aber wir suchen weiter. Jeden Tag.

Märchenspiele

Wenn es draußen regnet kann ich auch mein Kind motivieren. Ich kann ihm zeigen dass Märchen eine Botschaft tragen. Nicht jede Botschaft ist aber zu sehen. Für Kinder sind Märchen und Geschichte eine wertvolle Vorbereitung für spätere Lebenserfahrungen.

Beispiele:

  • Detektivspiele erfreuen sich großer Beliebtheit bei allen Altersklassen.
  • „Hänsel und Gretel“ ist nicht nur Waldlandschaft aber auch Sicherheitsproblem. Mich zu verirren, wie kann ich das vermeiden? Wie soll ich mich in schwierigen Situationen verhalten und wie komm ich da nur raus? Lebkuchenhaus – ist ein guter Ausgangspunkt für Gespräche über Gier und Zurückhaltung. Um die Hexe zu bekämpfen muss man erst die Situation richtig einschätzen können und klug handeln. Das ist auch Gelegenheit über Kontakten mit Erwachsenen zu sprechen. Jetzt bist du nur ein Schritt davon entfernt ein Gespräch über „schlechte Berührung“ anzufangen und deinem Kind der Unterschied zwischen „Sichere Berührung“ und „Schlechte Berührung“ zeigen. Natürlich nur dann, wenn das Thema für euch als Eltern wichtig ist.

Willst di wissen wie unsere abendliche Lesungen ausschauen? Ich habe alles, Schritt für Schritt, beschrieben. Wie sieht es bei dir aus?

 Quelle und Bildrechte: Anna Jankowska