„Smombie-Eltern“

„Smombie-Eltern“

Vor ein paar Jahren wurde „Smombie“ das Jugendwort des Jahres: Eine Mischung aus Smartphone und Zombie. Es bezeichnet Menschen, die ständig auf ihr Handy starren und deswegen wie Zombies durch die Gegend laufen. Ein Wort, das wohl auch mit Blick auf einige Eltern seinen Weg in die Sprache gefunden hat.

Beim Schreiben dieser Artikel dachte ich an die Eltern, die mit der einen Hand den Kinderwagen schieben und mit der anderen Hand das Smartphone bedienen. Ich dachte auch über jede Kind, die tagtäglich mit dieser Situation konfrontiert werden. Diese Situation besteht aus Gefühlen (z.B. Ablehnung), Ängsten, Gefahren und Unfällen, die man vermeiden kann. Warum gebe ich eine Ablehnung als Beispiel für ein Gefühl? Ablehnung, weil wir auf Frage des Kindes entweder schnell, irgendwie antworten (Hauptsache das Kind spiel weiter und ich kann weiter Facebook checken) oder gar nicht.

Das Smartphone vibriert, während man mit dem Kind spielt. Nur ein kurzer Blick auf das Handy. Eigentlich nix wichtiges, aber landen wir trotzdem irgendwie bei Facebook oder Instagram. Vergehen ein paar Minuten, Mama oder Papa legt das Handy zur Seite und… na ja, das Kind beschäftigt sich schon selbst. Wenn Eltern immer wieder Kontakt abbrechen und lieber auf ihr Handy schauen, ist dies eine Missachtung der Position des Kindes, die der Entwicklung und dem Selbstwertgefühl des Kindes nicht gut tut.

Das Kind läuft irgendwo herum, Mama (oder Papa) ist abgelenkt, die Führung fehlt. Dadurch wird die Entwicklung der Kinder beeinträchtigt. Der Unmittelbare Kontakt zu den Eltern, deren Präsenz, Zugehörigkeit und Orientierung gehören zu den Grundbedürfnissen von Kindern. Wenn Eltern ständig auf Smartphone „hängen“, besteht kein unmittelbarer Kontakt und Grundbedürfnis von Kinder ist nicht erfüllt. Und das ist noch etwas: es steigt das Unfallrisiko. Ich sehe ständig Eltern, die beim Kinderwagen schieben auf ihr Handy gucken und nicht darauf achten, ob ein Auto aus der Einfahrt fährt. Ich sehe Eltern, die bei gemeinsamen Mahlzeiten sich mit Handy beschäftigen, auf dem Spielplatz, bei gemeinsamen Einkaufen usw.

FOLGEN:

  • Eltern, die viel Zeit mit digitalen Medien oder dem Fernseher verbringen, statt sich mit dem Nachwuchs zu beschäftigen, können Verhaltensauffälligkeiten ihrer Kinder verursachen. Sie werden quengeln, jammern und hyperaktiv. Das Kind fördert, auf dieser Art und Weise, Aufmerksamkeit, es kommen Frustrationen raus.
  • Sprachentwicklung ist häufig gestört. Als Jugendliche sind sie nicht mehr in der Lage vernünftig zu kommunizieren. Viele benutzen dann das Smartphone als Hauptkommunikationsmittel und beteiligen sich nicht mehr an direkter Kommunikation. Auch nicht den Eltern gegenüber! Kinder ziehen sich oft zurück und Eltern verlieren den Draht und den Einfluss.

Ich habe auch schon erlebt, dass Kinder zu ihren Eltern sagen: „Papa, jetzt leg das Handy doch endlich mal weg!“

Wie sehr Kinder darunter leiden, wenn die Eltern ständig auf Handy hängen, zeigt ein Beispiel aus USA. Grundschullehrerin Jen Adams Beason aus Louisiana fragte die Schüler (2. Klasse), welche Erfindung sie nicht mögen und warum. Antworten sollten die Kinder in Form eines kurzen Aufsatzes. Der Text 8-jährigen berührte die Lehrerin besonders und postete sie ihn auf Facebook. Das Mädchen schrieb: „Die Erfindung, die ich nicht mag, ist das Handy. Ich mag das Handy nicht, weil meine Eltern jeden Tag viel Zeit am Telefon verbringen. Ich hasse das Handy meiner Mutter und ich wünsche, sie hätte nie eines gehabt“. Unter den Text malte das Mädchen ein durchgestrichenes Smartphone, daneben einen traurigen Smiley mit der Sprechblase. Andere Schüler schrieben auch negativ über Handy seinen Eltern.

Es ist eine bittere Realität und internationales Phänomen.

Das miteinander Spielen und der gemeinsame Kontakt soll wieder rücken.

Wie ist mit Selbstkritik? Mal bewusst Auszeit von Smartphone und Co. nehmen und eigenen Handykonsum kritisch hinterfragen. 

Renata Kápolnási

Soll ich mich in die Streitereien der Kinder einmischen?

Soll ich mich in die Streitereien der Kinder einmischen?

Dieses Thema ist, wie viele andere auf dem Blog mamapaedagoginschreibt.de, von der Beratung inspiriert, die ich gestern mit der Mutter des fünfjährigen Jan durchgeführt habe.

Soll man sich in die Streitereien der Kinder einmischen?Ich spreche nicht nur von Geschwistern, sondern auch von Situationen zwischen fremden Kindern: auf dem Spielplatz, in der Schule, im Kindergarten usw. Ich sage auch nicht, dass man soll sich IMMER einmischen, sondern, wenn es die Situation erfordert.

Okay, aber wann soll ich mich einmischen und wann nicht?

Ich weiß, die schwierigste Frage ist: wann genau erfordert das die Situation? Viele Bücher sprechen davon, dass man sich nicht oder nur dann einmischen soll, wenn Blut vergossen wird. Ich bin damit nicht ganz einverstanden, weil es bei der Erziehung nicht um Extreme geht (immer einmischen oder nie einmischen). Wo ist der rationale Herangehensweise an die Sache und die Logik? Manchmal muss man sich einmischen und manchmal loslassen. Wie im Leben ist jede Situation anders. Man kann nicht einem Schema folgen. Natürlich gibt es keine klare Antwort auf diese Frage, aber es gibt Signale, die Eltern lesen können. Sie schalten die rote Lampe ein und es lohnt sich zu wissen, wie man sie entziffert, wobei man sich weitgehend auf gesunden Menschenverstand, Beobachtung und elterliche Intuition stützt.

Die Intuition der Eltern

Und Da liegt wahrscheinlich der Hund begraben. Uns wird (ab Kindergarten) beigebracht, dass man nur auf Autoritäten hören muss, ohne eine zweiten Meinung einzuholen. Und ganz sicher nicht auf mein eigenes Urteilsvermögen verlassen, weil sie sich besser auskennen als ich.

In vielen Fällen kennen sich Spezialisten natürlich aus und helfen, aber für mich ist eine zweite Meinung (Arzt, Pfarrer, Psychologe, Lehrer usw.) die Basis.

Besonders wenn ich das Gefühl habe, dass die erste Meinung nicht das ist, was ich jeden Tag sehe und dem ich zustimme. Ich gehe nicht davon aus, dass ein Spezialist falsch liegt. Ich gehe davon aus, dass ich einen Fall, der in mir gemischte Gefühle hervorruft, durch eine zweiten Quelle untersuchen werde.

Und das ist noch nicht alles. Nach Ansicht der Autorität beispielsweise des Autors des Buches oder der Lehrer kommt etwas, das kein Fachmann hat – Kenntnisse über dich selbst, über deine Familie und dein eigenes Kind. Und hier ist der Elternteil der größte Experte, er muss es nur glauben.

Ich bin nicht sicher, ob ich reagieren soll?

Dieser Mangel an dem Gefühl, dass ich weiß, was ich tue, beschränkt sich normalerweise auf den Slogan: Aber jeder sagt: nicht reagieren, nicht in die Beziehungen zwischen Kindern eingreifen. Es verheddert sich irgendwo im Hinterkopf und nimmt automatisch das Selbstvertrauen.

Ich weiß, woher diese Idee kommt und verstehe sie. Moderne Kinder haben tatsächlich sehr wenig Raum für Unabhängigkeit, obwohl ich den Eindruck habe, dass sich dies auch in letzter Zeit ändert. Unabhängigkeit lehren und Freiheit geben ist jedoch NICHT gleichbedeutend damit, dass man ignorieren oder nicht reagieren soll. Keine Extreme ist gut.

Dem stimme ich überhaupt nicht zu, dass man Kinder IMMER in Ruhe lassen muss, auch wenn man sieht, dass das Kind mit dieser Situation nicht klar kommt, ist überfördert, weißt nicht, was zu tun ist, ist unglücklich und darüber spricht.

Wir sind Eltern, wir sollen Kinder unterstützen. Wenn wir sehen, dass sie unsere Hilfe brauchen oder einfach danach fragen, reagieren wir einfach.

Es geht nicht darum zu reagieren, um einen Fall für ein Kind zu lösen, sondern darum zu lehren, was in einer bestimmten Situation zu tun ist. Das würde das Kind für die Zukunft wissen.

Und das ist die Antwort auf die Frage: Wann soll ich mich einmischen? Wenn du siehst und fühlst, dass die Situation es erfordert.

Manchmal ist dieses „einmischen“ nur eine Erinnerung: „Erinnerst du dich, als ich dir sagte, was in dieser Situation zu tun ist? Dies und das. Versuche es, ob diesmal funktioniert. „

Ich schäme mich, etwas zu sagen

Während der gestrigen Konsultation hat meine Mutter eine bestimmte Szene für mich beschrieben und das Problem der Unsicherheit und des mangelnden Vertrauens in die elterliche Kompetenz perfekt veranschaulicht.

Zwei Freunde spielen auf dem Spielplatz. Acht Jahre und fünf Jahre alt. Sie bauen etwas aus Sand. Ein Achtjähriger (um den Jungen zu verärgern und zu zeigen, dass er älter ist und darf mehr) hält seine Hand an der Stelle, an der der 5-jährige etwas baut.

Eine typische Situation zwischen einem älteren und einem jüngeren Kind, wenn der Ältere sauer ist, weil er es kann, und der Jüngere sauer ist, weil er es nicht aushält.Beide Mütter beobachten es. Der Jüngere ist mit dieser Hand verärgert und nutzt alle ihm bekannten Werkzeuge, um über seine Unzufriedenheit zu informieren.

Er bittet der Ältere zehnmal, um seine Hand wegzunehmen, wird wütend, erklärt, dass er diesen Ort braucht, schiebt seine Hand weg, bewegt ihn, aber er tut nichts. Die Hand kehrt an diesen Platz zurück. Der Ältere nimmt seine Hand nicht weg, weil bekannt ist, dass er durch die Irritation gereizt wird. Nicht weil er ein bösartiges Kind ist, sondern weil … er es kann. Er ist älter und benutzt es. So sieht es in Peer-Beziehungen aus.

Wichtig ist in dieser Geschichte, dass das jüngere Kind nicht anfing zu schlagen, zu treten oder herauszufordern. Er nutzte bewusst die bekannten (von seinen Eltern gelehrten) Möglichkeiten, um sein „Nein“ mitzuteilen: Es gefällt mir nicht Ich kann nicht bauen. Nimm deine Hand weg, weil es mir stört usw.

Klar, es hat nichts gebracht, denn je öfter das Kleinkind fragte, desto größer war die Zufriedenheit des älteren Kindes. Schließlich rief der zurückgetretene Fünfjährige nach vielen Versuchen: „Maaaamaaaa, er will seine Hand nicht von meinem Platz wegnehmen.“ Und was jetzt?

Reagieren oder nicht reagieren?

Dies ist eine Frage an beide Mütter, an gute Freunde, die auf der Bank sitzen. Und weil ich die reale Situation beschreibe, weiß ich, was sie dachten und fühlten, weil sie auf dem Heimweg endlich miteinander darüber gesprochen haben. Beide wollten unbedingt reagieren, aber keiner von denen wagte es, etwas laut auszusprechen, damit der zweite nicht den Eindruck erweckt, der erste sei übervorsichtig, überempfindlich. Ich mache mir Sorgen über die Absurdität der Situation.

  • Beide Frauen waren der Meinung, dass dies ein guter Zeitpunkt war, um zu reagieren und Kindern beizubringen, wie sie mit solch schwierigen Kommunikationssituationen umgehen sollen. Die Intuition funktionierte richtig.
  • Sie taten es beide nicht, weil sie überall hören und lesen: „nicht reagieren“.
  • Sie fühlten sich beide schuldig, dass sie die Situation schlecht elterlich spielten, aber sie hatten nicht den Mut, sie mit einem Wort zu brechen.
  • In dieser besonderen Situation sprachen sie auch nicht miteinander: „Tun wir etwas oder reagieren wir nicht? Ich bin mir nicht sicher. Was denkst du?“

 Eine einfache Frage könnte viel helfen.

  • Beide konnten ihre Kinder unterstützen (ihnen etwas über Kommunikation beibringen), aber sie taten es nicht, weil sie sich nicht kompetent genug fühlten.
  • Beide gaben Kindern mehrere Signale. Der 8-jährige wurde informiert, dass er auf diese Weise jüngere und schwächere Kinder behandeln kann. Der Jüngere erhielt die Information, dass das, was meine Eltern lehren und wiederholen (du kannst dich immer auf mich verlassen), nicht ganz stimmt. Das sind nur Worte.

Kommunikation ist wichtig

Und jetzt, was mich seit Jahren beschäftigt, wenn ich höre: „Reagiere niemals.“ Wie bringen wir Kindern eine angemessene soziale Kommunikation bei, wenn wir ihnen nicht (nie) sagen, was es ist, weil alle sagen: „Reagiere nicht!“? Woher sollen sie das wissen? Ernst jetzt? Glaubst du wirklich, dass du eine schlechte Mutter bist, wenn du deinem Kind in einer bestimmten Situation ein paar Dinge erklärst, indem du die Situation hier und jetzt laut auskommentierst?

  • Du hast das Richtige getan, sag immer, wenn irgendwas für dich nicht passt. Dein „nein“ ist wichtig.
  • Ich weiß, dass er nicht zugehört hat, aber es ist toll, dass du es ihm gesagt hast, weil er weiß jetzt, dass er dich wütend gemacht. Er würde es nicht anders wissen. Es ist jetzt aber klar, dass er es durch Wahl tut, nicht durch Unwissenheit.
  • Du kannst deinem Kind ein paar Tipps geben, wie man kann die Qual im Spiel beenden. Ignoriere es und es wird ihm ganz schnell langweilig.
  • Vielleicht versteht Michael nicht, dass diese Hand stört dir sehr. Michael, hast du verstanden, was Jan zu dir sagt?
  • Ich möchte nur sicherstellen, dass du verstehst / hörst.

Wann und wie reagieren? 

Beachte, dass mit Reagieren keine Konfliktlösung für Kinder gemeint ist. Du rennst nicht wie eine Löwin in die Mitte des Sandkastens: Nimm diese Hand, du schelmische Kind!

Du sagst niemandem, wie er seine Kinder großziehen soll. Du bringst deinem Kind soziale Kommunikation bei und du hast das volle Recht (und sogar die Pflicht), dies zu tun.

Du kommentierst eine bestimmte Situation (du mischst dich ein) nur unter bestimmten Bedingungen.

  • Das Kind hat (oft) versucht, die Situation mit allen ihm bekannten Kommunikationsmitteln selbst zu lösen.
  • Du siehst, dass es einem jüngeren Kind schlechter geht, weil es jünger und schwächer ist. Er versteht nicht, dass je wütender er wird, desto mehr Zufriedenheit gibt er dem Älteren.
  • Das Kind teilt, nach vielen erfolglosen Versuchen, die Situation selbstständig zu lösen, eindeutig mit, dass es Hilfe benötigt.
  • Um Hilfe zu bitten bedeutet nicht, dass dein Kind erwartet, dass du den Konflikt für ihm löst. Du müsst nur die nächste Kommunikationsoption bemerken oder auffordern.

Sprich das an. Rede mit anderen Eltern über deine Zweifel hier und jetzt: „Ich sehe sie an und ich weiß nicht, soll ich mich einmischen oder lieber nicht? Was denkst du? „

Ihr müsst nicht die gleiche Meinung sein, aber zumindest wirst du wissen, was die andere Mama darüber denkt, anstatt Angst vor dem zu haben, was sie denken wird.

Kommunikation funktioniert wirklich. Vielleich ihr seid beide nicht sicher und es ist auch in Ordnung. Tu was deine Intuition dir in dieser speziellen Situation sagt.

Älteres Kind

Wenn wir das Verhalten eines älteren Kindes beeinflussen wollen, lohnt es sich manchmal, die Situation mit einem Hinweis oder Vorschlag zu kommentieren, den das ältere Kind sicherlich verstehen wird. Keine Anschuldigungen oder Wut.

  • Jan hat dir mehrmals gesagt, dass deine Hand ihn stört.
  • Was wirst du mit den Informationen von Jan machen?
  • Ich sehe, dass du nicht auf die Nervosität deines Bruders reagierst und machst du das mit Absicht.

Ein älteres Kind weiß normalerweise, wann es die Grenze überschreitet. Und der Mangel an Reaktion, wenn es definitiv übersteigt, ist eine Nachricht: „Du darfst das machen, cool!“ Und die Nachricht: „Ich ignoriere dich.“ Je mehr solcher Botschaften, desto mehr Möglichkeiten, die Aufmerksamkeit der Eltern zu erregen und die Frustration bei den Jüngeren auszulösen.

Erwachsene meinen oft, dass ein älteres Kind bereits wissen sollte, wie es sich zu verhalten hat. Jedoch,wenn zum Beispiel jüngere Geschwister zu Hause auftauchen, ist alles für das ältere Kind neu. Das Kind weiß nicht, wie viel es sich erlauben kann, es muss es testen, überprüfen, was nicht bedeutet, dass die Eltern mit jedem Verhalten einverstanden sein müssen.

Ein älteres Kind kennt seinen Vorteil und nutzt ihn manchmal nur. Es lohnt sich, ihn darauf aufmerksam zu machen, dass er es sich nicht immer und nicht überall leisten kann, d.h. reagieren.

Es ist besser für alle, wenn das ältere Kind, in bestimmten Situationen, einen Hinweis erhält, wie anders, als zum Beispiel mit Gewalt, kann man einen bestimmten Fall lösen.

Es geht auch nicht um Wiederholung: Lass es, er ist jünger.

Jüngeres Kind

Das jüngere Kind ist in der Regel in einer Verlustposition und benötigt häufiger einen Hinweis auf die Kommunikation, damit die Nachricht das ältere, stärkere und intelligentere Kind erreicht.

Das jüngere Kind ist eher bereit, Kommunikationsmittel zu verwenden, die von den Eltern oder Geschwistern bereitgestellt werden, wenn es das Gefühl hat, dass die Eltern in einer Krisensituation reagieren und diese unterstützen. Er ist nicht allein.

Das Schlimmste ist das Ignorieren

Jedes Kind muss sich sicher fühlen, um seine „nein“ klar zu kommunizieren. Das heißt natürlich nicht, dass es immer funktionieren muss, es ist eine Angewohnheit, darüber zu informieren, was uns gefällt, was uns stört usw.

Ignorieren ist die schlimmste Art von Beziehung. Studien, die darüber sprechen, sind seit Jahren bekannt.

Man muss sich nicht immer einmischen, aber in bestimmten Situationen lohnt es sich. Keine Reue, denn wenn du weißt, dass du keine überfürsorgliche Mutter bist, was ist das Problem?

Es geht darum, den Kindern die Prinzipien der Kommunikation durch Gespräche und spezielle Fälle beizubringen, ihnen die Werkzeuge zu geben, die sie zum Üben von Beziehungen zwischen Gleichaltrigen benötigen. Es geht darum, nicht darauf zu warten, dass sie sich selbst erraten, denn in dem Leitfaden, den sie geschrieben haben: „Nicht reagieren!“.

Wenn du das Gefühl hast, dass die Situation deine Reaktion erfordert und eines der Kinder sie hier und jetzt benötigt – reagiere.

Wie spricht man mit Kindern über Emotionen?

Wie spricht man mit Kindern über Emotionen?

Wir sprechen oft über Emotionen, aber wenn es wirklich darum geht, sie zu definieren, wissen wir nicht unbedingt, wo wir anfangen sollen.

Denn was genau sind Emotionen?

Woher kommen sie und warum ist es so schwer sie zu verstehen? In Bezug auf die Theorie kann man sagen, dass Emotion ein Prozess ist, der im Körper unter dem Einfluss einer bestimmten Situation entsteht. Dieser Prozess beginnt, Veränderungen in unserem Körper zu verursachen. Diese Veränderungen können angenehm (Freude, Überraschung) oder unangenehm (Trauer, Angst) sein. IN der Praxis scheint es mehrere Faktoren zu geben, die zur Erzeugung von Emotionen erforderlich sind, nämlich drei Komponenten:

  • Erkenntnis Komponenten- wir bemerken einige Situationen, z.B. wir sehen einen Bären,
  • Physiologische Komponenten- unser Körper reagiert auf das, was wir sehen, z.B. das Herz beginnt schneller zu schlagen,
  • Verhaltens Komponenten- unsere Reaktion, z.B. Flucht.

Es gibt noch eine weitere Komponenten, über die gesprochen werden soll- subjektive Interpretation eines bestimmtes Ereignisses.

Es hängt von unserer Interpretation ab, ob wir uns von Emotionen mitreißen lassen und explodieren oder z.B. wir entscheiden, dass es lohnt sich zu überlegen und erst dann Entscheidung zu treffen.

Wie es in der Praxis aussieht

Stell dir vor, du gehst friedlich die Straße entlang, das Wetter ist schön, die Vögel singen, die Schuhe sind bequem, es ist einfach alles perfekt. Plötzlich taucht ein großer Hund auf. Der Besitzer hinter ihm. Der Hund ist ohne Maulkorb, er hat ein Halsband, aber läuft ohne der Leine. Er geht am Bein des Besitzers, schnüffelt dies und das. In einem Moment sieht er dich an. Das ist eine konkrete Situation. Was passiert als nächstes? Es passiert etwas mit deinem Körper, obwohl denkst du nicht darüber, ob es Blut zirkuliert bei dir schneller. Du weißt nur, dass etwas passiert. Du interpretierst diese Situation weiter. Einige Leute halten dies für eine Bedrohung (potenziell) und werden (aus Sicherheitsgründen) auf die andere Straßenseite gelangen oder gehen zum nächsten Geschäft rein. Andere werden Besitzer des Hundes daran hinweisen, dass er einen Hund an der Leine führen muss, wenn sie in der Stadt spazieren gehen. Manche werden schreiend davonlaufen und andere werden streiten. Fähigkeit Emotionen zu interpretieren, einen kühlen Kopf bewahren und dann Entscheidungen treffen ist hier ein zentrales Thema. Wenn du jemals von einem Hund gebissen wurdest, besteht eine gute Chance, dass du Angst bekommst. Wenn du ein Hundeliebhaber bist, wirst du wahrscheinlich gehen und streicheln wollen. Die logische Schlussfolgerung liegt auf der Hand – wir sammeln Erfahrungen, lassen wir denn die Kinder es auch tun. Die Interpretation von Gefühlen hängt immer von unserer Erfahrungen ab. Je mehr Erfahrungen, desto mehr Interpretationsmöglichkeiten.

So einfach ist es nicht!

Die ganze Schwierigkeit besteht darin, dass sich unser Gehirn von Anfang an darauf konzentriert, Emotionen einzusetzen, um sich gegen die Bedrohung zu verteidigen. Wenn wir darüber sprechen, wofür wir Emotionen brauchen, ist dies die ursprüngliche Annahme, dass dies der einzige Weg ist, Leben zu verteidigen oder zu retten. Der einfache Weg, einem Kind es zu erklären, ist unseren Verstand zu teilen auf emotionale- und rationale Teil. Unser Verstand reagiert sofort, macht sich nicht so gern Gedanken, jedoch oft und schnell bemerkt er die potenzielle Gefahr. Es ist eine Art Problem, aber es war dem gut entwickelten Teil des Geistes zu verdanken, dass die menschliche Spezies eine Überlebenschance hatte. Es ist leicht vorstellbar, was passiert wäre, wenn ein primitiver Mann bei einem verdächtigen Kratzen oder Murmeln, sich zu wundern anfinge, anstatt anzugreifen oder seine Beine hinter den Gürtel zu nehmen: was kann es sein? Hat es freundliche Absichten? Ist es für mich gefährlich? In dieser Situation würde er entweder gegessen werden oder einfach verhungern. Obwohl prähistorische Zeiten für uns eine sehr ferne Vergangenheit sind, erinnert sich das Gehirn perfekt an sie. Der emotionale Teil des Gehirns ist schneller und sicherlich viel einfacher zu benutzen als der rationale. Um es zu erreichen, dass der rationale Teil öfter zu Wort kommt, muss man viel üben. Das Problem ist, dass die Welt vorangekommen ist und der ursprüngliche Til des Geistes ist für uns nicht mehr so sehr notwendig. Ich spreche nicht von lebensbedrohlichen Situationen, wenn wir gedankenlos flüchten. Ich spreche über das Alltagsleben, in dem man funktioniert viel besser wenn nicht nur emotional reagiert und den rationalen Verstand zu Wort kommen lässt. Er denkt gern, urteilt, weitschweifige Bemerkungen macht, bewährt einen kühlen Kopf und entscheidet nicht aus dem Bauch heraus. Die Fähigkeit, rationale Entscheidungen zu treffen, ist eines der Schlüsselelemente für die Entwicklung emotionaler Intelligenz.

Wie spricht man mit Kindern über emotionale Intelligenz?

Während wir keinen großen Einfluss auf unseren Intelligenzquotienten haben, kann emotionale Intelligenz während des gesamten Lebens entwickelt werden. Und es lohnt sich von Anfang an zu machen, weil das Verständnis des Mechanismus der Emotionsbildung, was mit unserem Körper geschieht, der Schlüssel zum Aufbau geistiger Immunität ist. Es gibt mehrere Bereiche, in denen es lohnt sich ein Kind (und vielleicht auch sich selbst) zu unterstützen.

Kenntnis der eigenen Emotionen

Man kann einfach damit beginnen Emotionen zu benennen. Die bekannteste und grundlegendste Klassifikation urteilt sie in einige Hauptklassifikationen und von diesen aus kann man leicht mit der emotionalen Erziehung beginnen: Traurigkeit, Wut, Freude, Angst. Natürlich hat jede dieser Emotionen viele Schattierungen und eine gewisse Intensität, was wiederum dazu führt, dass sie getrennte Namen haben, z.B.: ein sehr starke Zorn kann als Wut oder Raserei bezeichnet werden, und die Glücklichsein kann eine Vielzahl von Freuden sein. Eine gute Möglichkeit, über Emotionen zu sprechen, besteht darin, ihnen Namen oder Farben zu geben. Die Wörter selbst sind für das Kind sehr abstrakt. Je jünger ein Kind ist, desto schwieriger ist es, diese Abstraktion zu verstehen. Liebe oder Ekel kann sich jeder anders vorstellen. Eine gute Idee ist daher eine konventionelle Art, grundlegende Emotionen in der Familie darzustellen. Dies können farbige Punkte sein (z.B. ein roter Punkt ist Ärger, ein grüner Punkt ist Freude usw.), so dass das Kleinkind einen Anknüpfungspunkt für die Vorstellungskraft hat.

Ein weiteres wichtiges Thema im Zusammenhang mit der Kenntnis der eigenen Emotionen ist die Fähigkeit, die vom Körper in verschiedenen Situationen gesendeten Signale zu lesen. Viele Emotionen manifestieren sich auf konkrete Weise, z.B. schnellerer Herzschlag, Erröten, Tränen usw. Es lohnt sich, mit einem Kind über jedes derartige Signal zu sprechen. Zeichne sogar an diesen Punkten diese Signale. Ein trauriger blauer Punkt kann Tränen und ein wackeliges Gesicht haben.

Mit Emotionen umgehen

Ein weiteres wichtiges Thema ist der Umgang mit Emotionen. Nicht jedem Kind ist bewusst, dass wir keinen Einfluss darauf haben, dass eine gewisse Emotion auf uns fiel. Wir haben jedoch Einfluss darauf (oder lernen zu haben), wie wir auf dieses Gefühl reagieren. Es hängt von uns ab, ob wir rein emotional reagieren werden oder lassen wir unseren rationale Verstand zu Wort.

Es lohnt sich mit den Kindern, viele Situationen (theoretisch und praktisch) zu bearbeiten, in denen wir verschiedene Handlungsmöglichkeiten in Betracht ziehen. Es sollte dabei erklärt werden, dass dies unsere Interpretation der Realität ist, die immer sehr subjektiv ist. Eine sehr gute Methode um es zu üben ist das Spiel: Was würde passieren wenn…?

  • Was würde passieren, wenn jemand jetzt deine Bausteine wegnehmen würde?
  • Was würde passieren, wenn du deinen Bruder in der Wut in den Kaktus stoßen würdest?
  • Was würde passieren, wenn das Lächeln wie Blätter von einem Baum fallen würden?

Die Situation interpretieren

Stell dir eine Situation vor, in der du ruhig sitzt, bei der Arbeit ein Sandwich isst und deine Freundinnen am Tisch gucken auf dich und über etwas flüstern und lächeln. Du hat keinen Einfluss auf diese Situation (deine Freundinnen saßen am Nebentisch), die Emotionen fielen auf dich. Du spürst, dass deine Wangen rot sind (oder Ohren) und spürst eine gewisse Unsicherheit, weil du nicht weißt, warum sie lachen.

Diese Emotion ist ein vorübergehender Zustand, mit dem du etwas tun kannst, weil dir die Interpretation gehört. Du kannst sie zum Beispiel anlächeln und sich um deine Sachen kümmern. Du kannst auch denken, dass sie wahrscheinlich über dich reden, weil du kürzlich 3 kg zugenommen hast. Du hast nicht Kraft darüber hinwegzukommen und sie lachen, dass deine Bluse zu eng ist. Du kannst dich von Emotionen mitreißen lassen und denen sagen, was du darüber denkst.

Die Konfrontation unserer Vorstellungskraft mit der Realität ist oft überraschend. Kollegen können es dir erklären, sie haben dich zufällig angesehen. Und was? Und wirst du wahrscheinlich denken, dass du dir einen Moment Zeit geben solltest, um sich abzukühlen, bevor du angegriffen hast, oder? Und wenn du darüber schon nachdenkst, wirst du definitiv zu dem Schluss kommen, dass die Interpretation auch von vielen anderen Faktoren abhängt, wie z.B. deinem Wertgefühl, deinem Selbstvertrauen, deinem Schlaf, Hunger, Müdigkeit usw. Es lohnt sich darüber mit Kindern zu reden. Die Interpretation der Situation hat einen großen Einfluss auf das Erleben einer bestimmten Emotion und auf unser Verhalten.

Ich höre oft von Eltern, dass es für denn wichtig ist, das Verhalten von Kindern zu ändern. Hier (unter anderem, weil nicht nur) ist der Hund begraben. Anstatt sich auf die Beseitigung von Verhalten zu konzentrieren, ist es besser, sich auf das bewusste Erleben von Emotionen und deren Interpretation zu konzentrieren.

Mit Emotionen arbeiten

Natürlich gibt es für Kinder keine Möglichkeit einfach zu erklären: Denk, bevor du handelst – und Kinder werden tun. Es ist jedoch Wert, von Anfang an über Emotionen zu sprechen und zu zeigen, wie sie aussehen (was mit dem Körper geschieht) und wie sie sich auf unsere Entscheidungen und unser Verhalten auswirken. Je mehr solche Erfahrungen gemacht werden, desto größer ist die Chance, dass das Kind in Zukunft die Emotionen leichter erkennt und weiß, wie es damit umgehen. Und genauso ist es. Mit Emotionen kann man arbeiten. Wenn ich weiß, dass ich nervös bin, dass es normal, anstrengend, vielleicht seltsam, aber immer noch normal ist, wird es mir leichter fallen, nach Lösungen zu suchen und dieser Zustand beseitigen. Um jedoch so zu denken, lohnt es sich, eine wichtige Information zu haben- Emotion ist ein vorübergehender Zustand und selbst wenn es nicht angenehm ist, ist es nur ein Moment.Wenn ich sie nicht lange bei mir bleiben lasse, wird es schnell verschwinden, ich werde nach einem Weg suchen, nicht mehr traurig zu sein. Gerade für die weniger interessanten Emotion (Wut, Ärger, Frustration, Trauer) sind Informationen für Kinder äußerst wichtig. Anstatt also zu sagen: Ich bin traurig, es ist besser, einen Konkret zu beschreiben: Ich war traurig, als du zur Arbeit gingst.

Empathie

Fähigkeit, die Emotionen anderer Menschen zu erkennen– es ist auch sehr wichtiges Element wenn um emotionaler Intelligenz geht.Je besser wir unsere eigene Gefühle kennen, desto leichter ist es, die Gefühle anderer zu erkennen. Theoretisch Banalität, aber üben wir diese wichtige Fähigkeit? Um dies zu üben, reicht es aus, mehrmals am Tag mit dem Sprechen, Wiederholen und Nörgeln zugunsten nonverbaler Signale aufzuhören. Wenn es um Emotionen geht, bekommen wir die meisten Informationen, die damit zusammenhängen, durch nonverbale Kommunikation. Wörter sind ein kleiner Prozentsatz der Informationen über Emotionen. Eines der lustigen Spiele ist es, einfache Skizzen von Gesichtern mit unterschiedlichen Emotionen zu zeichnen. Es muss doch gerade kein Kunstwerk sein. Es geht darum, dass eine Person zeichnet und die andere errät.

Sobald ihr ein gezeichnetes Gesicht (oder einige)habt, könnt ihr unterhaltsame Geschichten erzählen, die sich auf die Emotionen beziehen, die diese Gesichter repräsentieren, zu Beispiel: Das ist ein Junge, sein Name ist Franek. Er ist traurig, weil sein Gesicht aussieht wie ein Hufeisen und Tränen aus seinen Augen kommen. Ich weine auch, wenn ich traurig bin. Franek wurde traurig, weil sein Lieblingskuscheltier verloren ging.Wahrscheinlich sehnt sich ein Teddybär nach Frank und wartet darauf, dass es ihn findet. Wenn Franek hört mit weinen auf, kann er seiner Mutter von seinen Problem erzählen und gemeinsam nach einem Teddybären suchen. In diesem einfachen Spiel geht es darum, das Kind zu lernen, ein bestimmtes Gefühl zu beschreiben. Er lernt zu wissen, dass es normal ist, Emotionen zu erleben. Es ist notwendig und dass es nicht nur ihm passiert. Man soll dem Kind auch mitteilen, was er tun kann, um sich von diesem Gefühl zu verabschieden (z.B. Traurigkeit). Natürlich gebe ich hier eine so einfache beispielhafte Geschichte. Es kann weiterentwickelt und mit weiteren Emotionen angereichert werden. Es hängt alles vom Alter des Kindes ab.

Beziehungen

Der nächste Schritt besteht darin, die Beziehung aufrecht zuhalten, indem Emotionen in anderen Menschen erkannt werden. Weil es keine Kunst ist, sich zu nähern und zu sagen: Oh, du bist verärgert. Der Kunst ist so handeln zu können, dass man jemandem wirklich hilft, jemandem tröstet, jemandem dazu bringt, wieder mit mir spielen zu wollen.Es ist auch eine Option zu dem Schluss zu kommen, dass wir uns nicht mögen und nicht mehr zusammen spielen möchten. Dies ist auch ein wichtiges Element für den Aufbau von Beziehungen zu anderen. In diesen Anfänger der sozialen Kommunikation in der Kindheit gibt es oft Streitigkeiten für immer, die eine Stunde oder einen Tag dauern. Dann kommt Frieden zwischen den Freunden um sich wieder zu streiten. Wenn man es von der Seite betrachtet, scheint es wie eine schwierige Freundschaft. Es ist jedoch ein notwendiges Element, um zu lernen, wie man Beziehungen zu anderen aufbaut. Ich bevorzuge Kinder, die streiten und sich versöhnen, anstatt ein Kind, das von allen gemocht werden will, leidet aber sehr wenn es abgelehnt wird.

Emotionen sind ein sehr breites Thema. Nicht nur im Kontext von Kindern, sondern auch von Erwachsenen. Jeder Elternteil steht früher oder später vor der Aufgabe, seinem Kind zu erklären, was Emotionen sind. Und nicht so allgemein, sondern detaillierter.

 
Das abendliche Vorlese-Ritual Schritt für Schritt

Das abendliche Vorlese-Ritual Schritt für Schritt

  1. Bade, Zähne putzen usw.
  2. Ruhige Spiel vor dem Zubettgehen – ca. 15 Minuten (funktioniert bei Vorschulkinder und bei älteren Kinder, mit jüngeren Kinder nicht unbedingt).
  3. Eine gemeinsame Wahl von Buch. Es muss nicht immer neues Buch sein. Kinder kommen gerne zu ihren Favoriten zurück.
  4. Lesen, wenn das Kind schon im Bett liegt (15-20 Minuten).
  5. Ende der Lesung wie vereinbart. Wir enden nicht schneller weil, z.B. das Telefon klingelte. Zusätzliche Kapitel kommen eigentlich nicht in Frage. Neugieriges Kind wird uns am nächste Tag bitten um ihm zu lesen oder (noch besser) wird allein zum Bett gehen, weil es wird gelesen.
  6. Kurze Gespräch (wenn das Kind es braucht) über das, was in dem Buch geschah.

Ein paar technische Hinweise

  • Das Kind muss wissen, wieviel Zeit investiert ihr täglich ins lesen. Minimum kennst du. Maximum – es hängt von dir ab.
  • Zeigt deinem Kind nicht nur Bilder, aber auch der Anfang des Kapitels oder fett geschriebene Worte. Es ist ein Vorspiel zum Lesen lernen (auch Kleinkinder profitieren).
  • Macht ihr Check: wo ist die Liste der Inhalte? Wie viele Kapitel hat das Buch? Wer hat das illustriert? Es wird später, in der Schule, sehr nützlich sein.
  • Falls das Buch wird ein paar Tage gelesen beginn immer mit dem Titel. Eventuell, wenn notwendig ist, sollt ihr euch erinnern wo habt ihr geendet.
  • Spiel ein bisschen. Ich weiß, nicht jede mag, aber kannst du dich erinnern was für monotone Stimme haben manche Lehrer gehabt? Genau!
  • Beim abendlichen Lesen vielleicht nicht, aber wenn du deinem Kind tagsüber liest, lass dem Kind sich bewegen, erleben, abbrechen, kommentieren sogar malen. Es bedeutet überhaupt nicht, dass dein Kind dich nicht hört.
  • Wenn du Zweifel hast, ob das Buch für dein Kind interessant ist, frag einfach. Wenn ja, dann ist kein Problem. Ich habe manchmal etwas gelesen was mir langweilig vorkam. Meine Tochter war aber begeistert. Oder umgekehrt.
  • Wenn du der Meinung bist, dass Inhalt des Buches ist nicht für dein Kind geeignet, sag es ihm einfach. Wenn nur möglich ist, lass das Kind nicht mit einem einfachen „nein“, schlage einen anderen Titel vor.
Das Gefühl Wertvoll und sicher zu sein. 7 Wege um sie bei Kinder  bauen und stärken

Das Gefühl Wertvoll und sicher zu sein. 7 Wege um sie bei Kinder bauen und stärken

  1. Oft das Kind umarmen. Dafür brauchst du kein besonderer Grund. Umarmen ist keine Auszeichnung für gutes Benehmen. Es ist einfach natürliches Verhalten. Die Palette der Möglichkeiten ist groß: Küsse, streichen, kitzeln usw. Nette Gesten sind immer vorhanden.
  2. Rede auf seinem Niveau. Wenn du einem Kind etwas erklärst, dann hocke oder setz dich auf den Teppich. Auf diese Weise zeigst du deinem Kind Respekt und dass du ihm ernst nimmst.
  3. Schau in die Augen: vor allem wenn du um was bittest, lobst für etwas oder sagst du, dass es was falsch gemacht hat. Achte darauf, dass dein Kind auf dieselbe Art mit die spricht und nicht z.B. in dieser Zeit Märchen schaut.
  4. Zeig Respekt auf unterschiedliche Weise. Dank dessen bringst du einem Kind gute Gewohnheiten bei. Wenn du nur „aha“ sagst und immer auf das Handy schaust, erwarte nicht anders von deinem Kind. Wenn du kritisierst, dann konstruktiv, achte auf Verhalten, ohne Allgemeinheiten wie z.B. „Du bist unartig“.
  5. Akzeptieren – Kleinkind muss nicht alle Regeln kennen. Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. Versteht viele Dinge nicht. Du musst das akzeptieren. Genauso gutes und schlechtes Benehmen. Du bist für das da, deinem Kind der Welt zu zeigen und erklären. Kinder geben oft auf, besonders dann, wenn sie Wut oder Enttäuschung in den Augen der Eltern sehen. Hast du von Anfang an alles perfekt gemacht? Übung und Elternunterstützung machen das Kind zum Meister in einem bestimmten Gebiet.
  6. Rede viel. Kommunikation mit Eltern ist der Grund für Sicherheit- und Wertvollgefühl. Du weißt ganz gut, dass Angst hat große Augen. Unbekannte Dinge sind stressiger. Dinge,  die für Erwachsene offensichtlich sind, sind für Kinder ganz neu, unbekannt. Rede über alles.
  7. Nimm dir Zeit. Wir wissen, dass wir es nicht immer im Überfluss haben und das ist nicht der Punkt. Du musst sich nicht auf das Kind 24 Stunden pro Tag konzentrieren, aber wenn ihr schon zusammen seid, dann mit Engagement. Du wirst es bald sehen, dass das Kind dir zeigt (oder sagt), dass er sich ausruhen möchte und bisschen ohne dich spielen. Ausgezeichnet.
Wie oft hast du versucht zu erklären und wie in den Wind zu reden?

Wie oft hast du versucht zu erklären und wie in den Wind zu reden?

Es gibt ein literarisches Zitat, in dem alles in diesem Thema enthalten ist:

„Man soll das verlangen, was man bekommen kann“

                                                                                        Der Kleine Prinz

Kürzlich hat mir  eine Mutter gesagt: „Ich weiß nicht warum Leute, die Kinder haben wollen, bereiten sich darauf nicht besser vor? Ich stellte mir meine glückliche Familie sehr oft anders vor. Jetzt, mein Kind geht mir auf die Nerven und obwohl ich ihn sehr liebe, habe manchmal genug“. Solche Worte sind tägliches Brot in meinem Beruf. Sie sind tägliches Brot in verschiedenen Versionen, aber alle sagen eines: Irgendwie habe ich mir das anders vorgestellt“.

Und hier steckt das Schlüsselwort: Vorstellungen, eigentlich zwei Wörter (zwischen den Zeilen): Erwartungen. Zwei Dinge, die die Kommunikation in der Familie weitgehend beeinflussen. Jeder von uns hat Erwartungen. Man kann sie nicht loswerfen und nicht alle kontrollieren. Einige sind im Kopf unbewusst kodiert.

Was für eine?

Stell dir vor, du triffst mich auf der Straße und lächelst mich an. Du erwartest wahrscheinlich, dass ich auch dich anlächeln werde. Es ist völlig natürlich. An den Erwartungen (die bewusst und unbewusst sind) ist grundsätzlich nichts Schlimmes. Ist es aber viel leichter mit der Welt und Familie klar zu kommen, wenn wir sie kennen, verstehen und bewusst mit ihnen umgehen. Wir, in unserem Kopf.

Was würdest du denken, wenn ich dich nicht anlächle? Was würdest du zuerst denken? Es wäre wahrscheinlich: „sie spitzt die Nase“ oder sie schreibt gut, aber face to face eher unhöflich“. Würdest du mich das nächste Mal wieder anlächeln oder nicht mehr? Wenn unsere Erwartungen nicht erfüllt werden, fühlen wir automatisch Enttäuschung, Wut, Trauer. Es sind natürliche Emotionen und man kann sehr gut mit ihnen umgehen. Nun, die ganze Kunst ist sie rechtzeitig zu erkennen. Natürlich, wenn man länger darüber nachdenkt, wird er zu dem Schluss kommen: Wahrscheinlich lächelte sie mich nicht an weil… sie hat einen schlechten Tag? Ist krank? Vielleicht hat sie mich nicht gesehen? Oder hat sie zwei herausgerissene Zähne vorne und will jetzt nicht lächeln?“. Du würdest sicherlich ein Argument für meine Verteidigung finden. Wenn du nur suchen willst. Das ist das ganze Kommunikation Puzzle – zum Trainieren.

Benimm dich irgendwie

Ebenso funktionieren Erwartungen, die an unsere Kinder und Angehörige gerichtet sind. Wir haben sie irgendwo im Kopf. Oft halten wir uns an denen so fest obwohl manchmal sind es Stereotypen. Deswegen ist es schwierig für uns miteinander klar zu kommen. Stell dir vor, du bist wieder schwanger. Du hast schon ein Kind und bald erscheint ein Bruder oder eine Schwester. Ich nehme an, du bist glücklich und erwartest, dass der Rest der Familie auch glücklich wird. Ich werde mich darauf konzentrieren, was im Kopf eines Erwachsenen (Elternteil) vor sich geht, der seine Erwartungen auf das Kind überträgt.

Genauso ist es in vielen Situationen. Ich bleibe aber kurz bei diesem neuen Geschwister. Nehmen wir an, dass ihr alle sehr glücklich seid. Du hast alles getan um dein Kind auf Baby vorbereiten. Da waren Brüder Geschichten und Erklärungen. Plötzlich stellt sich heraus, dass al diese Dinge nichts gegeben haben. Das ältere Kind ist eifersüchtig, verlangt Aufmerksamkeit, regt sich auf wenn du Baby fütterst. Außerdem will er in einer Baby Badewanne gebadet sein, Popo pudern und Windeln wechseln, die er lange nicht mehr trägt.

Was ist schiefgelaufen?

Es geht um die Erwartungen von Erwachsenen: „Jetzt bist du ein älterer Bruder, benimm dich wie ein älterer Brüder“. Was denkst du, wenn du „älterer Brüder“ sagst. Was denkst du zuerst? Welches verhalten? Welche Worte?

Wahrscheinlich hat jeder verschiedene Vorstellungen, aber verallgemeinernd: ein älterer Brüder sollte mehr können, verstehen, unabhängiger sein usw. Wenn du das Kind nach dem gleichen fragst, wird er dasselbe sagen. Bedenke aber eine Sache: das Kind kann kein älterer Bruder sein. Er muss es trainieren, weil es eine völlig  neue Aufgabe ist. Deine Erwartungen und seine Fähigkeiten sind zwei getrennte Welten.

Auf der einen Seite haben wir Erwartungen (als Erwachsenen) und auf der anderen Seite ein Kind, das gestern noch kein älterer Bruder war. Er war dein Baby, ein Einzelkind. Für ihn hat sich in der Nacht, in der du Entbunden hast, nichts geändert. In seinem Kopf ist er immer noch (er will sein) dein Baby und das ist seine Erwartung. Du bist nach Hause gekommen und bist Mutter von zwei Kinder. Eure Erwartungen sind wieder wie zwei verschiedene Welten. Ich sage nicht, dass es immer so bleibt. Wahrscheinlich für einen Moment, bevor er lernt, ein Bruder zu sein. Kinder haben auch ihre Erwartungen: wollen Mama immer nahe haben, Zeit zu spielen haben, sie erwarten, dass der Spaziergang angenehm wird usw. Wenn etwas nicht so läuft wie sie wollen, fühlen genau das was alle fühlen: Enttäuschung und Traurigkeit. Kinder zeigen es aber anders als Erwachsene. Umgang mit diesem Gefühl ist ein Element des menschlichen Lebens. Es gibt keine Menschen auf der Welt, deren Erwartungen immer mit Realität einhergehen. Das lernen wir in der Pubertät.

Du bist ein Vorschüler

Gleiches gilt für viele Situationen im Familienleben. Wenn das Kind in den Kindergarten geht, wird es, im Kopf eines Erwachsenen, ein Vorschüler. Was denkst du genau, wenn du diese Wort Vorschüler sagst? Vielleicht so etwas: unabhängig, wortreich, spielt gerne mit anderen Kinder. Es ist wieder ein Erwachsenenbild. Ein 3-jähriges Kind, der am ersten Kindergartentag aufwacht, denkt nicht so. Vielleicht kennt er die Theorie und gefragt wird er antworten: „Ja, jetzt bin ich Vorschulkind“. Es ist aber nur ein Wort. Das Kind braucht Zeit, um zu lernen, ein Vorschüler zu sein und möglicherweise (weil auch nicht unbedingt) sich in das anzupassen was wir Erwachsene meinen.

Ein anderes Beispiel ist aufräumen des Kinderzimmers. Unsere Erwartungen bezüglich des sauberen Zimmers haben meist nichts mit Vorstellungen des Kindes zu tun. Es geht nicht darum, dass das Kind nicht weiß, wie saubere, ordentliche Zimmer aussehen soll. Es hat nur eine andere Vorstellung davon.

Jetzt verstehe ich

Es gibt Situationen, in denen wir als strenge Eltern bezeichnet werden. Es ist oft nicht ganz klar, ob wir (negativ) streng oder (positiv) konsequent sind? Eines der Beispiele war, das Kind zur gleichen Zeit ins Bett zu legen. Eine Mutter erzählte, dass sie hat erst als ein Elternteil verstanden und geschätzt, warum ihre Eltern haben sie immer um 19.00 Uhr schlafen gelegt. Als 6-jährige hatte sie deswegen Groll. Seit sie selber Mutter ist, sieht auch dieser Sachen anders. Und genau das sind es- Erwartungen und Vorstellungen ändern sich je nach Situation, spezifischen Erfahrungen und Fähigkeiten. Situationen aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Vorschüler weiß, dass er Vorschüler ist. Kann er aber nicht, sich wie ein Vorschüler benehmen. Nicht sofort. Nicht so schnell wie wir erwarten. Älterer Bruder weiß, dass er Geschwister hat, aber er weiß nicht, was es bedeutet. Er muss es erfahren. Deshalb lohnt es sich, sich selbst und seine eigenen Erwartungen zu beobachten. Auf diese Weise können wir dem Kind helfen bestimmte Situationen verstehen, anstatt bestimmte Verhaltensweisen zu erwarten.

Ein älteres Kind auf die gleiche Weise

Ein sehr anschauliches Beispiel für die Diskrepanz zwischen den Erwartungen der Erwachsenen und den Möglichkeiten eines Kindes sind 6-jährigen, denen man weniger verzeiht, weil sie bereit groß sind. Selbst die Aussage: „Du bist schon groß, du solltest es wissen“ ist auch eine erwachsene Erwartung. Wenn du erwartest, dass dein Kind etwas weißt, stell erst sicher, dass er es versteht, kann und kommt mit der Situation klar. Wenn er damit nicht klar kommt, schreit er, explodiert, ist emotional oder im Gegenteil – schüchtern und geschlossen.

Von einem 6-jährigen wird erwartet, dass er Schüler werden kann. Ein solches Kind versteht schon viel und man kann ihm vieles erklären. Man soll jedoch immer daran denken, dass ein Kind wird nicht immer sofort wissen, wie es ist ein Schüler zu sein. In vielen Fällen „ein Schüler zu sein“ spricht das Kind einfach nicht an. Es ist nicht toll ein Schüler zu sein. Und das ist ganz normal. Ich möchte gut verstanden werden. Ich meine nicht, dass man keine Erwartungen haben soll. Es wäre ein Kind in der Entwicklung zurückziehen, ohne Platz für weitere Entwicklung. Ich meine, zuerst lernen und erfahren und dann erwarten. Diese lernen ist nix anders als kontinuierliche Wiederholungsübungen, tägliche Spielen und Spaß. Es gibt keinen anderen Weg für ein Kind, Erfahrungen zu sammeln.

Was zu tun ist?

  • Unsere Erwartungen in kleinen Schritten erfüllt werden können (müssen aber nicht). Wenn du deinem Kind etwas beibringen willst, tun es auf der  Ebene des Interesses und der Möglichkeiten des Kindes.
  • Informiere darüber, was dir wichtig ist. Erwarte aber nicht, dass es für ein Kind genauso wichtig wird. Hausaufgaben zu machen ist wichtig, aber es muss nicht der Favorit des Tages sein. Wenn es eine unangenehme Pflicht ist, nennt ihr es so.
  • Lass dem Kind, sogar motivier ihm, seine Erwartungen Auszudrucken. Sie müssen dir nicht gefallen, aber sie sind wichtig.

Hör zu, was das Kind zu sagen hat, auch wenn er es anders sagt, als du erwartet hast.