Was würde passieren, wenn das Kind die Verantwortung für seine Gefühle übernimmt?

Was würde passieren, wenn das Kind die Verantwortung für seine Gefühle übernimmt?

Wenn ein Kind weint oder wütend wird, stehen wir normalerweise auf unseren Köpfen, um diese Emotionen zu kontrollieren. Ich habe schon irgendwann erwähnt, dass ich die Definition der Beherrschung von Emotionen nicht mag, obwohl man kann es natürlich lernen.

Und was würde passieren, wenn wir ein trauriges Kind sauer werden lassen und wütend werden? Macht es uns wirklich zu schlechten Eltern, und das Kind ist ein emotionaler Verlierer?

Emotionen treten in das Spiel ein

Jeder weiß, jeder hat. Wenn Kinder ihre Emotionen zeigen, investieren wir viel Zeit und Energie, um sie zu unterdrücken oder auf andere Spuren umzuleiten. Für die „positiven“.

Ich spreche oft darüber, dass die Kinder sollen ihre Emotionen zeigen dürfen, wie sie es können und brauchen. Das bedeutet nicht, dass ein nervöses Kind darf einen Bruder zu schlagen oder Spielzeug zu zerstören, „weil er es braucht“.

In dem wir schwierige Emotionen unterstützen, bringen wir Kindern bei, wie sie in schlechten Zeiten zurechtkommen. Wir zeigen, wie es geht. Ärger oder Traurigkeit sind natürlich, aber Bruder wegen Ärger oder Irritation zu schlagen, wird nicht akzeptiert. Woher kann ein Kind es wissen, wenn nicht von Eltern?

Es gibt kein Verständnis für schlagen, aber für eine Wut, ja.

Anstatt sich darauf zu konzentrieren Stimmung zu verbessern, wenn ein Kind traurig ist, oder es zu verbieten, wenn ein Kind wütend wird, lohnt es sich das Kind zu lernen anders, als zum Beispiel durch Schlagen, Wut zu zeigen.

Wie man Traurigkeit erfahren kann, Leiden mitteilen und nicht hören müssen, dass: „es keinen Grund zum Weinen gibt“. Auch wenn das kleine Sorgen sind und wenig Leiden. Alle sind wichtig.

Verantwortung für Emotionen

Neben dem Akzeptieren und zeigen, dass alle Emotionen wichtig sind, gibt es etwas was wir wegnehmen, wenn wir sofort das „schwierige“ unter den Teppich kehren. Verantwortung für eigenen Emotionen und Taten, die ihnen folgen. Wenn ich das Spielzeug kaputt mache, hat das Konsequenzen – ich habe nix zum Spielen. Wenn ich wegen Traurigkeit nicht zu Abend essen würde, passiert etwas mit meinem Körper – ich habe Hunger. Es gibt eine Menge davon.

Je älter das Kind ist, desto mehr erkennt er es. Damit es jedoch funktioniert, sollten sie von Anfang an wissen, dass alle Emotionen wichtig sind.

Nicht nur diejenigen, die von Erwachsenen gerne gesehen sind. Schließlich erlebt jedes Kleinkind viel während des Tages.

Es lohnt sich, ihm eine Chance zu geben, sie ganz natürlich zu erleben: Wenn sie mich quälen, benehme ich mich in gewisse Weise. Wo, wenn nicht in einem sicheren Familienheim, sollte ein Kind von dieser Verantwortung erfahren?

Für mich ist das Spiel der beste Weg, ein Kind zu unterrichten. Das ist das wichtigste Instrument zur Unterstützung von Bildung.

 
Andere Kinder können am Tisch ruhig sitzen aber mein Kind kann es nicht!

Andere Kinder können am Tisch ruhig sitzen aber mein Kind kann es nicht!

Zitat im Titel nahm ich wortwörtlich aus dem Gespräch mit Eltern. Es gibt sehr viele ähnlicher Gespräche. Ich komme zu dem Schluss, dass gemeinsame, friedliche Mahlzeiten ein Mythos sind. Sowas sieht man nur im Fernsehen und die Realität ist völlig anders. Dem stimme ich nicht wirklich zu. Gemeinsame Mahlzeiten sind das toller Familienerlebnisse und sicher auf jeden Fall zu organisieren und genießen.

Ruhig? Warum sollten sie ruhig sein? Und was bedeutet das eigentlich?

Wahrscheinlich für jeden von uns etwas anders. Für mich bedeutet das kein Streit, aber sicher nicht ruhiges Kind (das nicht zappelt, nicht redet, spielt nicht mit essen, sag nix wenn ihm nicht schmeckt). Die Essenz eines gemeinsamen Essen, hängt nicht von Artigkeit des Kindes ab, sondern von unserer Herangehensweise an das Thema.

In diesem Artikel schreibe ich darüber, wie alle ein gemeinsames Essen genießen können.

In letzter Zeit kamen zu mir viele E-Mail mit Frage: „Was tun, um zu erreichen, dass das Kind ruhig am Tisch sitzen bleibt? So, dass wir irgendwie dieses Essen überleben, ohne schreien, ohne zu reden, ohne Essen zu spucken. Wie kann ich erreichen, dass das Kind alles vom Teller isst“.  Ich verstehe diese Frage so: „Wie kann ich erreichen, dass das Kind ruhig am Tisch sitzen bleibt und ruhig isst und das so schnell wie möglich hinter sich haben?“. Ich sage es so: das ist nicht nett, wenn ein Kind ruhig beim Essen sitzt. Es geht nicht um das, dass die Mahlzeit als Straffe oder eine unangenehme Situation betrachtet wird. Ein Kind kann es so betrachtet. Wir sitzen am Tisch, wir dürfen nicht viel reden, oder überhaupt nicht, wir gucken aufeinander und einfach essen. Und das wars. Es ist leicht vorstellbar sich in dieser Situation zu versetzen. Erwachsene lieben es zu schlemmen und einfach bisschen quatschen. Wir erwarten von dem Kind, dass es ruhig und still am Tisch sitzen wird. Wir wissen aber selbst, dass es am Tisch toll ist, wenn man miteinander reden kann und teilen, was man heute alles erlebt hat. Deshalb verstehe ich nicht einen so großen Drang auf Kinder. Warum sollen sie so ruhig sitzen? Vielleicht es geht hier um das Wort „ruhig“. Was bedeutet „ruhig“? Es ist ein sehr allgemeiner Begriff, mit dem wir, als Erwachsene, nicht klar kommen. Auf der einen Seite wollen wir, dass es alles so ruhig und höflich wird. Auf der anderer Seite, ist „höflich“ und „ruhig“ nicht unbedingt was gute. Wir wollen doch nicht, dass unser Kind immer höflich und brav ist. Er wird seine Meinung nicht haben und  sich nicht in eine Konfliktsituation versetzen können. Wenn wir also zu dem Schluss kommen, dass solch ein trauriges Sitzen am Tisch in der Stille und ein sehr braves Kind nicht cool sind, dann warum erwarten wir von ihm, dass er doch ruhig und still am Tisch sitzt. Besser ist deinem Kind zu zeigen, wieviel Spaß macht zusammen essen. Vielleicht ist das die Lösung. Wenn wir annehmen, dass man am Tisch reden kann, mit den Beinen winken darf und quatsch machen. Natürlich hängt es auch vom Alter des Kindes. Nehmen wir an, wir reden über 2- oder 3-jährige Kinder. Der Kindergarten nähert sich und Kind muss sich benehmen. Es wird andere Kinder geben, die brav am Tisch sitzen können. Und hier kommt Nervosität und Stress, dass das Kind es können muss. Auf der anderen Seite sind wir bewusst, dass Kinder im Alter von 4 und 5 Jahren nicht 20 Minuten ruhig sitzen können. Gib denn die Möglichkeit mit den Beinen zu winkeln und reden. Nun, dass wir uns gut verstehen. Es geht mir nicht um das, dass die Kinder am Tisch tun was sie wollen. Der Punkt ist, Kindern zu zeigen, wie man kann sich am Tisch gut benehmen, wie es klug machen und wofür kann es verwendet werden. Wenn wir anfangen es von den jüngsten Jahren zu zeigen, statt „still sitzen“ zu erfordern, werden unsere Kinder es verstehen. D.h. es ist erlaubt zu sprechen aber ist nicht erlaubt mit Brokkoli zu spuken. Es ist erlaubt mit Beine zu winken, ist aber man darf niemanden treten. Wie die Atmosphäre beim Tisch wird, hängt von uns Erwachsene ab. Wenn wir wissen, dass das Kind seine Beine winken muss (und wir wissen dass es einfach muss), dann sollen wir ihn Platz dafür erschaffen. Lass uns es so tun damit das Kind sich bewegen kann und dass es ab und zu aufstehen könnte. Vor allem wenn wir wissen dass es sehr bewegliche Kind ist. Es ist keine Sünde wenn ein Kind vom Tisch aufsteht. Es hat nichts mit guten Manieren zu tun. Das Kind braucht Bewegung. Ich habe so ein bewegliches Kind. Karolina muss jede Aktivität, die Konzentration erfordert,  viele Male unterbrechen. Ich sehe nichts falsch daran. Manchmal schicke ich Karolina Servietten oder Salz zu holen. Alles das hat mit Mahlzeit zu tun. Es ist nicht so, dass ich sage: „Ok, jetzt kannst du spielen gehen und wenn du es willst, gehe na dir mit Teller“. Alle Aktivitäten, die ich ihr anvertraue, geben ihr das Gefühl wichtig zu sein. Sie führt weiterhin die Aktivitäten im Zusammenhang mit dieser Mahlzeit durch. Sie kann für einen Moment aufstehen, seine Knochen strecken und danach ist für sie einfacher das Essen zu beenden. Es gibt noch etwas worüber ihr fragt: „Wie kann ich tun, damit mein Kind alles isst?“. Nichts tun. Ich habe einen langen Artikel geschrieben i  dem ihr findet 47 Tipps wie man ein Kind zum Essen anregen kann. Das sind aber Tipps die dazu anregen neue Geschmacksrichtungen zu lernen. Es gibt auch Tipps für Mütter von Kinder die nur ein Lieblingsgericht haben oder tatsächlich wollen nix essen und man muss intervenieren. Nur dazu zwingen eine ganze Mahlzeit zu essen, ist keine gute Idee. Wenn das Kind sagt: „Gut, es reicht, habe genug. Ich bin satt“, aber unserer Meinung nach ist zu wenig (weil er/sie hat nur 4 Esslöffel Reis oder paar Esslöffel Suppe gegessen), sollen wir es so lassen. Mit Aussage: „O nein, du musst noch für Mama esse, für Papa usw.“, geben wir dem Kind zu verstehen: „Du Kind weißt nicht wann du satt bist. Du bist zu klein, zu wenig erfahren, nicht weise um es selber festzustellen. Ich bin Erwachsene und ich muss dir sagen wann du satt bist“. In diesem Moment lernt das Kind sich auf das zu verlassen was wir sagen. Das wirkliche Bedürfnis aber wird untergedrückt. Dies führt dazu, dass das Kind weiß nicht mehr ob er bereits satt ist. Das verursacht dass das Kind fühlt sich am Tisch unwohl. Es beginnt dann jammern. Ist vielleicht tatsächlich besser dem Kind erlauben zu entscheiden wie diese Mahlzeit aussehen soll und wieviel kann es essen. Ich weiß, dass für Eltern dieser Rat schwer zu verdauen ist. Trotzdem denke ich dass es ist besser so. Ich gebe lieber meinem Kind öfter was zum Essen. Ich weiß dann zumindest, dass er essen wird, auch wenn es nur zwei oder drei Bisse sind. Es funktioniert oft besser, als ein Kind 3 oder 5 Mal täglich an den Tisch sitzen lassen. Auf diese Weise wird er nicht gerne am Tisch sitzen, wird keine gemeinsamen Mahlzeiten mögen. 

 
 
Mach drei Schritte, bevor du mit Erziehung anfängst

Mach drei Schritte, bevor du mit Erziehung anfängst

Wenn es eine schwierige Konfliktsituation mit einem Kind zu Hause gibt oder betrittst das Zimmer und siehst, dass er was angestellt hat. Vielleicht ist das Geschwister- Streit oder Noten sind nicht so gut wie du wolltest. Egal was ist das, mach drei Schritte zurück bevor du etwas sagst. Ja, genau. Stell dich für einen Moment von der Seite und beobachte, was um dich herum vorgeht. Manchmal geben diese drei Schritte und die Situationsansicht eine völlig andere Perspektive. Sie beleuchten eine Situation und man kann anders reagieren.

Wie ist das möglich?

Unsere häufigste Reaktion (als Eltern) auf bestimmte Verhaltensweisen ist: schnell handeln und „erziehen“. Wir geben uns nicht die Mühe, die andere Seite oder andere Kontext (dieses Extra) der Situation zu sehen.

Frag dich einfach (nicht Kinder): „was zu diesem Verhalten geführt hat?“. Diese paar Sekunden ermöglichen es auch eigene Emotionen zu beruhigen. Vielleicht hat das Kind Wasser aus der Vase gegossen. Lief es aber nach Handtücher. Wischte es vor dem Überschwappen des Buches ab. Vielleicht schreien die Kinder, aber es kein Streit ist nur ein Wettbewerb „Wer kann lauter“. Vielleicht hat dein Kind heute mit dir frech geredet, aber im Kindergarten hat etwas Unangenehmes erlebt. Du weißt es nicht weil bevor du es herausgefunden hast, einiges sagtest du schon?

Drei Schritte zurück, ein paar Sekunden … und dann kannst du erziehen. Schon mit der Ruhe.

Mama, ich mag dich nicht! Geh weg! Warum redet mein Kind so mit mir?

Mama, ich mag dich nicht! Geh weg! Warum redet mein Kind so mit mir?

Wenn ein Kind in seinen Nerven schreit, dass er uns nicht liebt oder uns nicht mag, tut es weh. In dieser Situation keinen Trost, das tut wohl auch einem Kind leid. Was tun, um solche Ärgernisse zu verringern? Kannst du etwas tun?In diesem Artikel konzentriere ich mich auf die Aussagen (die, wie ihr mich informiert) euch sehr beunruhigen. Zu diesen Aussagen gehören unter anderem: „Mama, geh weg!“, „Papa, ich mag dich nicht“, „Selber!“, „Ich will es selber machen!“, „Nein, ich will nicht! ich mache das nicht!“. Diese Aussagen fallen meist aus dem Mund von 2- und 3-jährigen. Sie beunruhigen euch, weil sie aus Sicht der Erwachsenen der Situation nicht angemessen sind. Wir versuchen, den Bedürfnissen des Kindes zu folgen und das Kind beginnt auf seltsame Weise zu explodieren.

Manchmal scheint es, dass diese Verhaltensweisen bösartig sind, dass es hier ein „kleiner Tyrann“ wächst. Ihr schreibt oft: „Ich weiß nicht, wie ich reagieren soll, ich weiß nicht, was ist los“.Und hier passiert nur, dass das Nervensystem des Kindes reift.

Das Kind kann nicht immer erklären, warum jetzt explodiert. Stellen wir uns eine Situation vor, in der wir einem Kind ein Sandwich mit Marmelade geben. Das Kind sagt: „Nein! Nein! Ich mag es nicht! Ich will nicht!“. Wir sind überrascht, denn gestern mochte er, wollte und aß. Was kann man tun? Sicher ist dies kein bösartiges Verhalten. Das ist eine natürliche Reaktion. Schau dir die Situation von der Seite an. Geh sogar zwei Schritte zurück, wenn du mit solch einem explodierenden Kind sprichst. Versuch die Situation aus einer Erwachsenenperspektive zu erfassen. „Um was geht dir mein Kind?“. Dies ist die erste Frage. Die Antwort ist einfach. Das Kind weiß nicht, um was ihm gerade geht. In diesem Alter wird das Gehirn des Kindes durch Emotionen gesteuert. Es lässt das Kind fühlen, dass er etwas sagen oder etwas tun will, aber es kann das noch nicht überlegen und sagen. Ist mit seinen Emotionen überfördert. Wir stellen eine logische Frage aus der Sicht eines Erwachsenen. Aus der Sicht des Kindes ist es so, dass es nicht weiß, warum es explodiert. Das Kind fühlt, dass er explodieren will und etwas sagen… und das wars.

Sehr oft, wenn ein Kind etwas nicht tun will, sagt: „Mama, ich mag dich nicht!“denken wir, dass mit dem Beziehung mit dem Kind stimmt was nicht oder ist nicht mehr da.

Das Kind lehnt uns ab, sagt, dass wir gehen sollen. Wo habe ich den Fehler gemacht? NIRGENDWO.

Solch ein kleines Kind hat nicht die Fähigkeiten und die Möglichkeiten zu sagen: „Heute ist so ein hässliches Wetter. Ich möchte jetzt nicht essen, vielleicht werde ich später essen. Oder vielleicht möchte ich warme Tee trinken. Am besten aber würde ich mich unter die Decke begraben“. Das Kind wird das nicht sagen, weil er es nicht kann und benutzt solche Werkzeuge wie er hat. Und er hat, was emotional zu seinem Kopf kommt, das heißt er schreit. Wenn es dabei: „Mama“ , „Papa“ rauskommt, es ist nicht Wert das persönlich zu nehmen. Es bedeutet nur, dass das Kind versucht uns etwas zu sagen und Unzufriedenheit zu zeigen. Der Kleine, der so schreit, ist kein Kind, das uns nicht liebt. Das sind keine gebrochene Bindungen und kein elterlicher Fehler. In dieser Situation kann man mit so einem Kind sprechen. Natürlich ohne Fragen zu stellen: „Wo?“, „Was?“, „Wie?“, „Warum?“, „Gestern hat dir geschmeckt und heute nicht?“. Ich würde lieber einem Kind helfen, diese Gefühle zu benennen. Selbst wenn es ein 1.5 Jahre altes Kind ist, das noch nicht viel versteht, macht es Sinn, sich zu hocken, zu umarmen. Dies ist die beste Reaktion in dieser Situation. Das schafft Nähe. Dieses explodierendes Kind braucht in diesem Alter nur Verständnis. Das ist alles. Also wenn du in dieser Situation sagst: „Ok, ich sehe, dass du wirklich kein Sandwich willst“, das ist genug. Man darf nicht dem Kind tausend Fragen stellen. Versuche, diese Gefühle selbst zu benennen. Manchmal ist es Ärger, Wut. Es ist zu erkennen. Es ist auch nicht wert, es deinem Kind zu sagen: Ok, ich sehe dass du wütend bist, jetzt reden wir nicht“. Es geht nicht darum, Gefühle zu benennen und ein Thema zu beenden. Hier ist das Wichtigste die Nähe der Eltern: „Du hast das Recht auf solche Emotionen, du hast das Recht auf jede Emotion“, „Ich verstehe dich und umarme dich“, „Ich zeige dir, dass alles in Ordnung ist“. Ich weiß, wenn ein kleines Kind schreit: „Ich mag dich nicht, Mama!“, „Ich mag dich nicht, Papa!“ tut es weh. Jedoch sollte unsere emotionale Reife über die unangenehmen Emotionen hinwegkommen.
Es ist leicht zu sagen: „Wenn du mich nicht magst, mag ich dich auch nicht“. Sehr oft antwortet man so den älteren Kindern. Absolut unnötig. Es ist nicht so, dass das Kind liebt uns nicht. Es lohnt sich, sich darauf zu konzentrieren, dass wir lernen Emotionen zu nennen, Emotionen zu unterstützen und alle Emotionen unseres Kindes zu akzeptieren.

 
 
 
Du musst mir nicht zustimmen

Du musst mir nicht zustimmen

In diesem Artikel schreibe ich darüber, wie man eine unterstützende Beziehung mit dem Kind bauen kann. Über Situationen und Beziehungen, in denen wir elterliche Entscheidungen treffen, nicht unbedingt nach dem Geschmack unserer 2- und 3-jährigen. Dann zeigen die Kleinen ihre Unzufriedenheit, meistens wie sie können und was sie in der Hand haben, das heißt mit weinen und schreien. Anstatt sich jedes Mal darauf zu konzentrieren weinen zu dämpfen und abzulenken, lohnt es sich manchmal sie einfach Unzufriedenheit zeigen zu lassen.

Verstehen

Das ist eine der wichtigen Lektionen, die unterstützende Eltern geben können: „Ich sehe, dass dir meine Entscheidung nicht gefällt. Ich verstehe, ich wäre auch wütend, wenn ich das Spiel stoppen müsste. Es ist jedoch schon Zeit zu schlafen. Abend. Ich lade Sie ein, Gutenachtgeschichten zu lesen“. Hörst du dann: „Gut Mama, ich gehe schlafen“. Oder hörst du definitive „nein!“. Wahrscheinlich sieht es in jeder Familie anders aus. Wirklich nicht immer und nicht in jeder Situation muss das Kind mit unseren Entscheidungen zufrieden sein. Es bedeutet nicht, dass wir wegen Opposition des Kindes sie aufgeben müssen.

Wie wir eine kommunikative, positive Beziehung zu Ihrem Kind aufbauen können, wenn wir es möchten, dass unser Kind mit uns zusammenarbeitet. Wen wir etwas verbieten, fangen Kinder an zu schreien, zu weinen und zu rebellieren.  Das Kind beginnt zu zeigen, dass es ihm nicht gefällt. wir sprechen von Kindern im Alter von 1-3 Jahren, wenn diese verbale Kommunikation nicht immer klar und einfach zu verstehen ist. Deshalb zeigen Kinder uns auf unterschiedliche Weise, dass sie etwas nicht mögen. Ihr fragt oft in E-Mails: „Wie kann man einem Kind beibringen, mit Emotionen umzugehen?“. Ich mag diesen Satz nicht, weil Kinder immer mit Emotionen umgehen können. Ob Kinder mit diesen Emotionen so umgehen, wie wir es uns als Erwachsenen vorgestellt haben, ist eine ganz andere Sache. Daher ist die Anforderung für 2- und 3-jährigen, nicht zu schreien und zu weinen, eine zu hohe Anforderung für dieses Alter. Was können wir tun, um unseren Kindern zu helfen und sie unterstützen? Aus meiner Sicht sind das zwei wichtige Dinge. Zum einen informieren wir das Kind darüber, was passiert, was passiert ist und was passieren wird. Informiere dich auch über Dinge, die für dich offensichtlich sind, aber nicht für das Kind. Die zweite Sache sind Rituale und Grenzen, die wir setzen. Also unser langweiliger und eintöniger Alltag, aus der Sicht eines Erwachsenen. Es ist extrem wichtig für Kinder in diesem Alter. Aber wie kann man den Bedürfnissen des Kindes folgen und gleichzeitig Grenzen setzen? Ein Beispiel: einschlafen. Wir haben einen Zweijährigen und wir entscheiden, dass wir eine Regel für das Schlafengehen um 20:00 Uhr festlegen wollen. Die Rebellion beginnt, das Kind will nicht und ist unzufrieden. Ich, als Mutter oder Vater, habe Dilemma. Soll ich Bedürfnis des Kindes folgen und seine Gefühle verstehen? Oder dann ein konsequenter Elternteil zu sein? Natürlich gibt es verschiedene Situationen. In Situationen mit 1,5, 2 oder 3- jährigen Kindern, sind die Entscheidungen jedoch eher auf der Seite der Eltern. In diesem Alter werden Kinder von der emotionalen Seite des Gehirns geleitet. Sie haben oft ein Problem damit, Entscheidungen zu treffen, z.B.: ob auf einem grünen oder roten Teller essen? Wollen sie Birne oder Apfel essen? Soll es geschält, in Scheiben oder in Würfel geschnitten werden? Es gibt viel Aufregung und Streit um viele Dinge. Einem Kind erlauben in jeder Situation zu entscheiden, ist (wie für mich) für Kleinkind sehr schwierig. Es ist gegenüber das Kind einfach nicht korrekt. Deshalb sind wir Eltern die Zuflucht, eine Oase des Friedens. Ich denke, dass moderne Eltern etwas verwirrt  sind. Es gibt so viele Möglichkeiten, so viele Erziehungstheorien, dass wir so wirklich nicht wissen, was gut ist. Ich denke, dass das, was in deiner Familie funktioniert, gut ist. Es gibt solche universellen Dinge, die rentiert sich auszuprobieren. Ich weiß, dass jede Familie anders ist. Für einige wird es eine Lösung sein, für andere aber nicht. Die Festlegung der Grenzen durch Erwachsene, natürlich unter Berücksichtigung der Bedürfnisse des Kindes und seiner Gefühle, ist ein Schlüsselthema. Kinder erwarten es wirklich von uns. Sie erwarten nicht die Kindheit, in dem sie alle Entscheidungen treffen und verantwortlich sein werden, ob unsere Familie glücklich ist. Es sollte auf den Schultern von Erwachsenen sein. Das wird durch die Regeln unterstützt, an denen wir sich halten. OK, wir haben diese Regeln. Aber es ist leicht zu sagen: „Wir halten uns an diesen Regeln“. Z.B.: wir wollen, dass das Kind um 20:00 Uhr schlafen geht und es beginnt „nein“ zu sagen. Ich sage: „ja“ und hier fängt weinen an. In diesem Moment unterstützen wir unser Kind, aber wir geben diese Vereinbarung nicht auf. Wir unterstützen das, dass es ihm nicht gefällt. Okay, er hat Recht dazu. Es wird viele Regeln geben, die unseren Kindern nicht gefallen werden. Es bedeutet nicht, dass wir immer links gehen müssen, wenn das Kind „nach links“ sagt oder nach rechts, wenn sagt „nach rechts“. Das Kind weißt es nicht, was hinter der Ecke ist wenn es nach links gehen wird genauso weißt es nicht was passiert wenn es nach rechts gehen wird. Wir, Erwachsenen,  haben eine globale Sicht der Dinge. Kinder können noch nicht viele Dinge vorhersagen. Deshalb wird Unterstützung von Erwachsenen benötigt um zu erzählen, zu kommunizieren, zu erklären und zu erleben zu dürfen. Die Unterstützung ist auch sich an einigen Regeln fest zu halten. Sie geben (bauen) ein Gefühl der Sicherheit. Das Kind weiß dann, was passieren wird. Dies sind kleine Schritte, aber es lohnt sich, an denen zu halten. Ich komme zu dieser Situation zurück, als wir haben uns entscheiden, das Kind um 20:00 Uhr schlafen zu bringen. Beginnt Schreien und Weinen. Wir als Erwachsene und diese Oase des Friedens, wir akzeptieren es: “ okay, dir gefällt es nicht, ich sehe, dass du nicht schlafen gehen willst“. Bei solchen Unterhaltungen mit dem Kind, beginnt es sehr oft zu verstehen, um was geht. Tatsächlich ist der 2-Jährige müde, obwohl er sich im Moment nicht hinlegen möchte. Er möchte dir sagen, dass ihm deine Entscheidung nicht gefällt, nicht dass es eine dumme Idee ist. Wenn du weißt, dass es (um 20:00 Uhr Kind schlafen bringen) ist wichtig und gut für eure Familie, tun es. Halte an dieser Feststellung fest. Das Kind hat das Recht zu weinen und Unzufriedenheit zu zeigen. Wir sagen ihm nicht: „Deine Wut ist sinnlos, ich werde es trotzdem tun. Schrei nicht, es ist schon Abend“. Wenn wir wissen, dass ein Kind dieses Alters keine andere Möglichkeit hat zu sagen, dass ihm etwas nicht gefällt, dann sollen wir diese Emotionen respektieren. Lassen wir ihm zeigen, dass wir verstehen, dass wir nahe sind und wenn er braucht seine Wut ausschreien, wir sind hier, um es zu hören. Wenn wir diese Wut und Emotionen runterdrücken werden, wird sich das Kind bedroht fühlen oder uns nicht mehr über seine Gefühle informieren. Aber darum geht es nicht. Der Punkt ist, dass das Kind das Recht hat zu zeigen, dass ihm etwas nicht gefällt. Eltern verzichten jedoch trotzdem nicht darauf: „Ich verstehe, dass du nicht schlafen gehen willst, aber wir gehen ins Bett, es ist 20.00 Uhr und es ist Zeit zu schlafen.“ Wenn das Kind älter ist, kann man mehrere Argumente verwenden. Bei kleinen Kindern kann nur ein Argument verwendet werden, d.h. mit Respekt das Kind darüber zu informieren (was er nicht vorhersagen kann), dass, wenn er jetzt nicht schlafen geht, wird morgen sehr müde. Und wenn es müde wird, wird es schwierig für ihn zu funktionieren. Was überträgt sich auf die Atmosphäre zu Hause. Das müssen wir dem Kind nicht erzählen. Es hängt von Alter ab. Wenn es ein 2-jähriger ist, dann ist es möglich (und es lohnt sich), das im Spaß umzudrehen: Teddybären und Puppen schlafen bringen, lesen, beruhigen. Je älter das Kind, desto rationaler sind die Argumente. Es geht jedoch nicht darum, alles mit Details zu erklären, z.B.: „Wenn du müde bist, wirst du es schwer haben zu lernen und dann wirst du ein ungesunder Erwachsener sein.“ Das ist ein bisschen zu viel für die Phantasie eines kleinen Kindes. Jedoch sagen: „weil ja“ ist kein Gespräch mit Respekt. Ich konzentriere mich auf die Zusammenfassung und die Antwort auf die Frage: „Was tun wenn das Kind schreit“. Ich denke, erlauben zu schreien. Der 2-Jährige hat nicht viele Möglichkeiten zu sagen, dass er das oder anderes nicht mag. Man soll dem Kind zeigen, dass man dieser Schrei versteht. Wenn wir die Regeln festlegen, die gut für unsere Familie sind, soll sich man an denen halten. Wir zeigen dem Kind auf diese Weise: „Ich bin diejenige, die Verantwortung für das übernimmt, was gut für unsere Familie ist.“ Behandeln wir das Kind nicht im Voraus. Lass ihm das Recht zu haben, nicht zu wissen.

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Für mich, Kinderunterstützung basiert auf einer globalen Sichtweise auf das Kind. Das, dass der 2-jährige unzufrieden mir Regeln ist (z.B. weil er um 20:00 Uhr schlafen gehen muss) bedeutet nicht, dass er unhöflich ist. Es bedeutet nur, dass das Kind diese Regeln im diesem Moment nicht mag.

Es ist jedoch wichtig, zwei wichtige Dinge zu berücksichtigen. Kleinkinder brauchen Rhythmus, Regelmäßigkeit und bestimmte Rituale, um sich sicher zu fühlen. Natürlich weißt der 2-jährige das nicht. Das ist die Rolle von Erwachsenen diesen Rhythmus zu achten. Zweijährige will seine Träume folgen und viele Dinge auf seine Weise tun. Wenn wir nicht immer einverstanden sind, heißt das nicht, das wir grausame Eltern sind. Wir haben eine breitere Sicht auf die Situation und wissen, dass Schlaf wichtiger ist als am Abend zu spielen. Schlaf ist nur ein Beispiel. Es gibt viele solcher Situationen während des Tages.

Die zweite wichtige Sache ist die Unterstützung von Eltern, die oft nicht sicher sind, ob sie dem Kind das Spiel stoppen sollen.

Deine „sicher zu sein“ ist hier entscheidend. Wenn du eine enge Beziehung zu deinem Kind hast, beobachtest und weißt, dass dieser längere Spaß mit Schlaflosigkeit endet, dann weißt du ganz genau, was gut für das Kind und die ganze Familie ist. 2- und 3-jährige treffen viele emotionale Entscheidungen und können die Folgen bestimmter Ereignisse nicht vorhersagen. Sie müssen auch nicht, da sie Eltern haben.

Man muss sich jedoch sehr anstrengen um die Regeln, mit Respekt für kleine Person, zu achten. Es ist einfach zu sagen: „Jetzt geh schlafen. Ende des Spieles“. Es ist schwerer einem Kind zu erklären, warum er jetzt schlafen gehen muss und warum, obwohl er nicht einverstanden damit ist, du deine Meinung nicht änderst.

Ich glaube nicht, dass sich das Kind, an jede elterliche Entscheidung anpassen muss, denn es wäre ein Roboter und kein Kind. Es gibt jedoch Situationen in denen unterstützende Kommunikation sehr nützlich ist, um einem Kleinkind viele Sachen zu erklären. Das Kind hat zu wenig Erfahrung, um bestimmte Entscheidungen alleine zu treffen. Die Zeit dafür kommt noch.

Das abendliche Vorlese-Ritual Schritt für Schritt

Das abendliche Vorlese-Ritual Schritt für Schritt

  1. Bade, Zähne putzen usw.
  2. Ruhige Spiel vor dem Zubettgehen – ca. 15 Minuten (funktioniert bei Vorschulkinder und bei älteren Kinder, mit jüngeren Kinder nicht unbedingt).
  3. Eine gemeinsame Wahl von Buch. Es muss nicht immer neues Buch sein. Kinder kommen gerne zu ihren Favoriten zurück.
  4. Lesen, wenn das Kind schon im Bett liegt (15-20 Minuten).
  5. Ende der Lesung wie vereinbart. Wir enden nicht schneller weil, z.B. das Telefon klingelte. Zusätzliche Kapitel kommen eigentlich nicht in Frage. Neugieriges Kind wird uns am nächste Tag bitten um ihm zu lesen oder (noch besser) wird allein zum Bett gehen, weil es wird gelesen.
  6. Kurze Gespräch (wenn das Kind es braucht) über das, was in dem Buch geschah.

Ein paar technische Hinweise

  • Das Kind muss wissen, wieviel Zeit investiert ihr täglich ins lesen. Minimum kennst du. Maximum – es hängt von dir ab.
  • Zeigt deinem Kind nicht nur Bilder, aber auch der Anfang des Kapitels oder fett geschriebene Worte. Es ist ein Vorspiel zum Lesen lernen (auch Kleinkinder profitieren).
  • Macht ihr Check: wo ist die Liste der Inhalte? Wie viele Kapitel hat das Buch? Wer hat das illustriert? Es wird später, in der Schule, sehr nützlich sein.
  • Falls das Buch wird ein paar Tage gelesen beginn immer mit dem Titel. Eventuell, wenn notwendig ist, sollt ihr euch erinnern wo habt ihr geendet.
  • Spiel ein bisschen. Ich weiß, nicht jede mag, aber kannst du dich erinnern was für monotone Stimme haben manche Lehrer gehabt? Genau!
  • Beim abendlichen Lesen vielleicht nicht, aber wenn du deinem Kind tagsüber liest, lass dem Kind sich bewegen, erleben, abbrechen, kommentieren sogar malen. Es bedeutet überhaupt nicht, dass dein Kind dich nicht hört.
  • Wenn du Zweifel hast, ob das Buch für dein Kind interessant ist, frag einfach. Wenn ja, dann ist kein Problem. Ich habe manchmal etwas gelesen was mir langweilig vorkam. Meine Tochter war aber begeistert. Oder umgekehrt.
  • Wenn du der Meinung bist, dass Inhalt des Buches ist nicht für dein Kind geeignet, sag es ihm einfach. Wenn nur möglich ist, lass das Kind nicht mit einem einfachen „nein“, schlage einen anderen Titel vor.
Das Gefühl Wertvoll und sicher zu sein. 7 Wege um sie bei Kinder  bauen und stärken

Das Gefühl Wertvoll und sicher zu sein. 7 Wege um sie bei Kinder bauen und stärken

  1. Oft das Kind umarmen. Dafür brauchst du kein besonderer Grund. Umarmen ist keine Auszeichnung für gutes Benehmen. Es ist einfach natürliches Verhalten. Die Palette der Möglichkeiten ist groß: Küsse, streichen, kitzeln usw. Nette Gesten sind immer vorhanden.
  2. Rede auf seinem Niveau. Wenn du einem Kind etwas erklärst, dann hocke oder setz dich auf den Teppich. Auf diese Weise zeigst du deinem Kind Respekt und dass du ihm ernst nimmst.
  3. Schau in die Augen: vor allem wenn du um was bittest, lobst für etwas oder sagst du, dass es was falsch gemacht hat. Achte darauf, dass dein Kind auf dieselbe Art mit die spricht und nicht z.B. in dieser Zeit Märchen schaut.
  4. Zeig Respekt auf unterschiedliche Weise. Dank dessen bringst du einem Kind gute Gewohnheiten bei. Wenn du nur „aha“ sagst und immer auf das Handy schaust, erwarte nicht anders von deinem Kind. Wenn du kritisierst, dann konstruktiv, achte auf Verhalten, ohne Allgemeinheiten wie z.B. „Du bist unartig“.
  5. Akzeptieren – Kleinkind muss nicht alle Regeln kennen. Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. Versteht viele Dinge nicht. Du musst das akzeptieren. Genauso gutes und schlechtes Benehmen. Du bist für das da, deinem Kind der Welt zu zeigen und erklären. Kinder geben oft auf, besonders dann, wenn sie Wut oder Enttäuschung in den Augen der Eltern sehen. Hast du von Anfang an alles perfekt gemacht? Übung und Elternunterstützung machen das Kind zum Meister in einem bestimmten Gebiet.
  6. Rede viel. Kommunikation mit Eltern ist der Grund für Sicherheit- und Wertvollgefühl. Du weißt ganz gut, dass Angst hat große Augen. Unbekannte Dinge sind stressiger. Dinge,  die für Erwachsene offensichtlich sind, sind für Kinder ganz neu, unbekannt. Rede über alles.
  7. Nimm dir Zeit. Wir wissen, dass wir es nicht immer im Überfluss haben und das ist nicht der Punkt. Du musst sich nicht auf das Kind 24 Stunden pro Tag konzentrieren, aber wenn ihr schon zusammen seid, dann mit Engagement. Du wirst es bald sehen, dass das Kind dir zeigt (oder sagt), dass er sich ausruhen möchte und bisschen ohne dich spielen. Ausgezeichnet.
Wie oft hast du versucht zu erklären und wie in den Wind zu reden?

Wie oft hast du versucht zu erklären und wie in den Wind zu reden?

Es gibt ein literarisches Zitat, in dem alles in diesem Thema enthalten ist:

„Man soll das verlangen, was man bekommen kann“

                                                                                        Der Kleine Prinz

Kürzlich hat mir  eine Mutter gesagt: „Ich weiß nicht warum Leute, die Kinder haben wollen, bereiten sich darauf nicht besser vor? Ich stellte mir meine glückliche Familie sehr oft anders vor. Jetzt, mein Kind geht mir auf die Nerven und obwohl ich ihn sehr liebe, habe manchmal genug“. Solche Worte sind tägliches Brot in meinem Beruf. Sie sind tägliches Brot in verschiedenen Versionen, aber alle sagen eines: Irgendwie habe ich mir das anders vorgestellt“.

Und hier steckt das Schlüsselwort: Vorstellungen, eigentlich zwei Wörter (zwischen den Zeilen): Erwartungen. Zwei Dinge, die die Kommunikation in der Familie weitgehend beeinflussen. Jeder von uns hat Erwartungen. Man kann sie nicht loswerfen und nicht alle kontrollieren. Einige sind im Kopf unbewusst kodiert.

Was für eine?

Stell dir vor, du triffst mich auf der Straße und lächelst mich an. Du erwartest wahrscheinlich, dass ich auch dich anlächeln werde. Es ist völlig natürlich. An den Erwartungen (die bewusst und unbewusst sind) ist grundsätzlich nichts Schlimmes. Ist es aber viel leichter mit der Welt und Familie klar zu kommen, wenn wir sie kennen, verstehen und bewusst mit ihnen umgehen. Wir, in unserem Kopf.

Was würdest du denken, wenn ich dich nicht anlächle? Was würdest du zuerst denken? Es wäre wahrscheinlich: „sie spitzt die Nase“ oder sie schreibt gut, aber face to face eher unhöflich“. Würdest du mich das nächste Mal wieder anlächeln oder nicht mehr? Wenn unsere Erwartungen nicht erfüllt werden, fühlen wir automatisch Enttäuschung, Wut, Trauer. Es sind natürliche Emotionen und man kann sehr gut mit ihnen umgehen. Nun, die ganze Kunst ist sie rechtzeitig zu erkennen. Natürlich, wenn man länger darüber nachdenkt, wird er zu dem Schluss kommen: Wahrscheinlich lächelte sie mich nicht an weil… sie hat einen schlechten Tag? Ist krank? Vielleicht hat sie mich nicht gesehen? Oder hat sie zwei herausgerissene Zähne vorne und will jetzt nicht lächeln?“. Du würdest sicherlich ein Argument für meine Verteidigung finden. Wenn du nur suchen willst. Das ist das ganze Kommunikation Puzzle – zum Trainieren.

Benimm dich irgendwie

Ebenso funktionieren Erwartungen, die an unsere Kinder und Angehörige gerichtet sind. Wir haben sie irgendwo im Kopf. Oft halten wir uns an denen so fest obwohl manchmal sind es Stereotypen. Deswegen ist es schwierig für uns miteinander klar zu kommen. Stell dir vor, du bist wieder schwanger. Du hast schon ein Kind und bald erscheint ein Bruder oder eine Schwester. Ich nehme an, du bist glücklich und erwartest, dass der Rest der Familie auch glücklich wird. Ich werde mich darauf konzentrieren, was im Kopf eines Erwachsenen (Elternteil) vor sich geht, der seine Erwartungen auf das Kind überträgt.

Genauso ist es in vielen Situationen. Ich bleibe aber kurz bei diesem neuen Geschwister. Nehmen wir an, dass ihr alle sehr glücklich seid. Du hast alles getan um dein Kind auf Baby vorbereiten. Da waren Brüder Geschichten und Erklärungen. Plötzlich stellt sich heraus, dass al diese Dinge nichts gegeben haben. Das ältere Kind ist eifersüchtig, verlangt Aufmerksamkeit, regt sich auf wenn du Baby fütterst. Außerdem will er in einer Baby Badewanne gebadet sein, Popo pudern und Windeln wechseln, die er lange nicht mehr trägt.

Was ist schiefgelaufen?

Es geht um die Erwartungen von Erwachsenen: „Jetzt bist du ein älterer Bruder, benimm dich wie ein älterer Brüder“. Was denkst du, wenn du „älterer Brüder“ sagst. Was denkst du zuerst? Welches verhalten? Welche Worte?

Wahrscheinlich hat jeder verschiedene Vorstellungen, aber verallgemeinernd: ein älterer Brüder sollte mehr können, verstehen, unabhängiger sein usw. Wenn du das Kind nach dem gleichen fragst, wird er dasselbe sagen. Bedenke aber eine Sache: das Kind kann kein älterer Bruder sein. Er muss es trainieren, weil es eine völlig  neue Aufgabe ist. Deine Erwartungen und seine Fähigkeiten sind zwei getrennte Welten.

Auf der einen Seite haben wir Erwartungen (als Erwachsenen) und auf der anderen Seite ein Kind, das gestern noch kein älterer Bruder war. Er war dein Baby, ein Einzelkind. Für ihn hat sich in der Nacht, in der du Entbunden hast, nichts geändert. In seinem Kopf ist er immer noch (er will sein) dein Baby und das ist seine Erwartung. Du bist nach Hause gekommen und bist Mutter von zwei Kinder. Eure Erwartungen sind wieder wie zwei verschiedene Welten. Ich sage nicht, dass es immer so bleibt. Wahrscheinlich für einen Moment, bevor er lernt, ein Bruder zu sein. Kinder haben auch ihre Erwartungen: wollen Mama immer nahe haben, Zeit zu spielen haben, sie erwarten, dass der Spaziergang angenehm wird usw. Wenn etwas nicht so läuft wie sie wollen, fühlen genau das was alle fühlen: Enttäuschung und Traurigkeit. Kinder zeigen es aber anders als Erwachsene. Umgang mit diesem Gefühl ist ein Element des menschlichen Lebens. Es gibt keine Menschen auf der Welt, deren Erwartungen immer mit Realität einhergehen. Das lernen wir in der Pubertät.

Du bist ein Vorschüler

Gleiches gilt für viele Situationen im Familienleben. Wenn das Kind in den Kindergarten geht, wird es, im Kopf eines Erwachsenen, ein Vorschüler. Was denkst du genau, wenn du diese Wort Vorschüler sagst? Vielleicht so etwas: unabhängig, wortreich, spielt gerne mit anderen Kinder. Es ist wieder ein Erwachsenenbild. Ein 3-jähriges Kind, der am ersten Kindergartentag aufwacht, denkt nicht so. Vielleicht kennt er die Theorie und gefragt wird er antworten: „Ja, jetzt bin ich Vorschulkind“. Es ist aber nur ein Wort. Das Kind braucht Zeit, um zu lernen, ein Vorschüler zu sein und möglicherweise (weil auch nicht unbedingt) sich in das anzupassen was wir Erwachsene meinen.

Ein anderes Beispiel ist aufräumen des Kinderzimmers. Unsere Erwartungen bezüglich des sauberen Zimmers haben meist nichts mit Vorstellungen des Kindes zu tun. Es geht nicht darum, dass das Kind nicht weiß, wie saubere, ordentliche Zimmer aussehen soll. Es hat nur eine andere Vorstellung davon.

Jetzt verstehe ich

Es gibt Situationen, in denen wir als strenge Eltern bezeichnet werden. Es ist oft nicht ganz klar, ob wir (negativ) streng oder (positiv) konsequent sind? Eines der Beispiele war, das Kind zur gleichen Zeit ins Bett zu legen. Eine Mutter erzählte, dass sie hat erst als ein Elternteil verstanden und geschätzt, warum ihre Eltern haben sie immer um 19.00 Uhr schlafen gelegt. Als 6-jährige hatte sie deswegen Groll. Seit sie selber Mutter ist, sieht auch dieser Sachen anders. Und genau das sind es- Erwartungen und Vorstellungen ändern sich je nach Situation, spezifischen Erfahrungen und Fähigkeiten. Situationen aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Vorschüler weiß, dass er Vorschüler ist. Kann er aber nicht, sich wie ein Vorschüler benehmen. Nicht sofort. Nicht so schnell wie wir erwarten. Älterer Bruder weiß, dass er Geschwister hat, aber er weiß nicht, was es bedeutet. Er muss es erfahren. Deshalb lohnt es sich, sich selbst und seine eigenen Erwartungen zu beobachten. Auf diese Weise können wir dem Kind helfen bestimmte Situationen verstehen, anstatt bestimmte Verhaltensweisen zu erwarten.

Ein älteres Kind auf die gleiche Weise

Ein sehr anschauliches Beispiel für die Diskrepanz zwischen den Erwartungen der Erwachsenen und den Möglichkeiten eines Kindes sind 6-jährigen, denen man weniger verzeiht, weil sie bereit groß sind. Selbst die Aussage: „Du bist schon groß, du solltest es wissen“ ist auch eine erwachsene Erwartung. Wenn du erwartest, dass dein Kind etwas weißt, stell erst sicher, dass er es versteht, kann und kommt mit der Situation klar. Wenn er damit nicht klar kommt, schreit er, explodiert, ist emotional oder im Gegenteil – schüchtern und geschlossen.

Von einem 6-jährigen wird erwartet, dass er Schüler werden kann. Ein solches Kind versteht schon viel und man kann ihm vieles erklären. Man soll jedoch immer daran denken, dass ein Kind wird nicht immer sofort wissen, wie es ist ein Schüler zu sein. In vielen Fällen „ein Schüler zu sein“ spricht das Kind einfach nicht an. Es ist nicht toll ein Schüler zu sein. Und das ist ganz normal. Ich möchte gut verstanden werden. Ich meine nicht, dass man keine Erwartungen haben soll. Es wäre ein Kind in der Entwicklung zurückziehen, ohne Platz für weitere Entwicklung. Ich meine, zuerst lernen und erfahren und dann erwarten. Diese lernen ist nix anders als kontinuierliche Wiederholungsübungen, tägliche Spielen und Spaß. Es gibt keinen anderen Weg für ein Kind, Erfahrungen zu sammeln.

Was zu tun ist?

  • Unsere Erwartungen in kleinen Schritten erfüllt werden können (müssen aber nicht). Wenn du deinem Kind etwas beibringen willst, tun es auf der  Ebene des Interesses und der Möglichkeiten des Kindes.
  • Informiere darüber, was dir wichtig ist. Erwarte aber nicht, dass es für ein Kind genauso wichtig wird. Hausaufgaben zu machen ist wichtig, aber es muss nicht der Favorit des Tages sein. Wenn es eine unangenehme Pflicht ist, nennt ihr es so.
  • Lass dem Kind, sogar motivier ihm, seine Erwartungen Auszudrucken. Sie müssen dir nicht gefallen, aber sie sind wichtig.

Hör zu, was das Kind zu sagen hat, auch wenn er es anders sagt, als du erwartet hast.