Vor ein paar Jahren wurde „Smombie“ das Jugendwort des Jahres: Eine Mischung aus Smartphone und Zombie. Es bezeichnet Menschen, die ständig auf ihr Handy starren und deswegen wie Zombies durch die Gegend laufen. Ein Wort, das wohl auch mit Blick auf einige Eltern seinen Weg in die Sprache gefunden hat.

Beim Schreiben dieser Artikel dachte ich an die Eltern, die mit der einen Hand den Kinderwagen schieben und mit der anderen Hand das Smartphone bedienen. Ich dachte auch über jede Kind, die tagtäglich mit dieser Situation konfrontiert werden. Diese Situation besteht aus Gefühlen (z.B. Ablehnung), Ängsten, Gefahren und Unfällen, die man vermeiden kann. Warum gebe ich eine Ablehnung als Beispiel für ein Gefühl? Ablehnung, weil wir auf Frage des Kindes entweder schnell, irgendwie antworten (Hauptsache das Kind spiel weiter und ich kann weiter Facebook checken) oder gar nicht.

Das Smartphone vibriert, während man mit dem Kind spielt. Nur ein kurzer Blick auf das Handy. Eigentlich nix wichtiges, aber landen wir trotzdem irgendwie bei Facebook oder Instagram. Vergehen ein paar Minuten, Mama oder Papa legt das Handy zur Seite und… na ja, das Kind beschäftigt sich schon selbst. Wenn Eltern immer wieder Kontakt abbrechen und lieber auf ihr Handy schauen, ist dies eine Missachtung der Position des Kindes, die der Entwicklung und dem Selbstwertgefühl des Kindes nicht gut tut.

Das Kind läuft irgendwo herum, Mama (oder Papa) ist abgelenkt, die Führung fehlt. Dadurch wird die Entwicklung der Kinder beeinträchtigt. Der Unmittelbare Kontakt zu den Eltern, deren Präsenz, Zugehörigkeit und Orientierung gehören zu den Grundbedürfnissen von Kindern. Wenn Eltern ständig auf Smartphone „hängen“, besteht kein unmittelbarer Kontakt und Grundbedürfnis von Kinder ist nicht erfüllt. Und das ist noch etwas: es steigt das Unfallrisiko. Ich sehe ständig Eltern, die beim Kinderwagen schieben auf ihr Handy gucken und nicht darauf achten, ob ein Auto aus der Einfahrt fährt. Ich sehe Eltern, die bei gemeinsamen Mahlzeiten sich mit Handy beschäftigen, auf dem Spielplatz, bei gemeinsamen Einkaufen usw.

FOLGEN:

  • Eltern, die viel Zeit mit digitalen Medien oder dem Fernseher verbringen, statt sich mit dem Nachwuchs zu beschäftigen, können Verhaltensauffälligkeiten ihrer Kinder verursachen. Sie werden quengeln, jammern und hyperaktiv. Das Kind fördert, auf dieser Art und Weise, Aufmerksamkeit, es kommen Frustrationen raus.
  • Sprachentwicklung ist häufig gestört. Als Jugendliche sind sie nicht mehr in der Lage vernünftig zu kommunizieren. Viele benutzen dann das Smartphone als Hauptkommunikationsmittel und beteiligen sich nicht mehr an direkter Kommunikation. Auch nicht den Eltern gegenüber! Kinder ziehen sich oft zurück und Eltern verlieren den Draht und den Einfluss.

Ich habe auch schon erlebt, dass Kinder zu ihren Eltern sagen: „Papa, jetzt leg das Handy doch endlich mal weg!“

Wie sehr Kinder darunter leiden, wenn die Eltern ständig auf Handy hängen, zeigt ein Beispiel aus USA. Grundschullehrerin Jen Adams Beason aus Louisiana fragte die Schüler (2. Klasse), welche Erfindung sie nicht mögen und warum. Antworten sollten die Kinder in Form eines kurzen Aufsatzes. Der Text 8-jährigen berührte die Lehrerin besonders und postete sie ihn auf Facebook. Das Mädchen schrieb: „Die Erfindung, die ich nicht mag, ist das Handy. Ich mag das Handy nicht, weil meine Eltern jeden Tag viel Zeit am Telefon verbringen. Ich hasse das Handy meiner Mutter und ich wünsche, sie hätte nie eines gehabt“. Unter den Text malte das Mädchen ein durchgestrichenes Smartphone, daneben einen traurigen Smiley mit der Sprechblase. Andere Schüler schrieben auch negativ über Handy seinen Eltern.

Es ist eine bittere Realität und internationales Phänomen.

Das miteinander Spielen und der gemeinsame Kontakt soll wieder rücken.

Wie ist mit Selbstkritik? Mal bewusst Auszeit von Smartphone und Co. nehmen und eigenen Handykonsum kritisch hinterfragen. 

Renata Kápolnási