Moderne Kinder haben ein großes Problem mit dem Lesen von Emotionen. Nonverbale Signale und allgemeine Gesichtsausdrücke von anderen Personen. Deshalb sind sie weniger einfühlsam, weniger empathisch. Es gibt mehrere Gründe, aber die Konsequenzen sind wichtiger als die Gründe. Für Kinder und für die Welt.

Empathie ist ein wichtiges Wort, das – kurz gesagt – die Fähigkeit, die Emotionen anderer zu lesen.

Wie erziehe ich ein empathisches Kind?

Das Fehlen dieser Fähigkeit ist größtenteils auf viele Stunden zurückzuführen, die vor Bildschirmen verbracht werden, wo die virtuelle Realität weitgehend übertrieben ist oder umgekehrt – vereinfacht. Oft hat es nichts mit echten Emotionen auf einem echten menschlichen Gesicht zu tun. Jedenfalls geht es nicht nur ums Gesicht. Vielen Kindern ist auch klar, dass diese Realität künstlich ist. Dies bedeutet, dass sie sich nicht unbedingt auf das Lesen von Emotionen konzentrieren müssen. Diese Emotionen sind doch sowieso gefälscht.

Sie müssen sich keine Sorgen um andere Menschen machen, auch wenn sie mit einer realen Person spielen. Echt aber doch fremd. Ich konzentriere mich auf das Gewinnen, nicht darauf, ob diese Person danach traurig sein wird oder wird weinen, weil sie verliert.

Kind und Smartphone – wie kann ich die beiden „trennen“?

Wie auch immer, das Problem bei Spielen ist, dass die Emotionen (soweit man sie sehen kann) auf einem Tablett serviert werden. Ich spreche nicht von anspruchsvollen Computerspielen für Erwachsene, sondern von virtuellen Produkten für Kinder im Vorschulalter, jüngere und ältere Schüler.

Ich spreche nicht davon, Tablets und Handys aus dem Fenster zu werfen, weil sie schlecht sind. Moderne Technologien sind nicht schlecht. Ihre Auswirkungen auf das Leben (und die Emotionen) von Kindern sind jedoch offensichtlich. Es ist eine Herausforderung, wovor die Generation moderner Eltern steht.

Nächste Woche mehr darüber, wie wir die „Bildschirmrealität“ im Griff haben können.

Wenn wir nur Zeit vor dem Bildschirm verbringen, unabhängig davon, was wir tun (nur schauen oder spielen), verbringen wir automatisch weniger Zeit damit, in die Augen der Menschen zu schauen und Beziehungen im wirklichen Leben aufzubauen. Daher das mangelnde Wissen darüber, wie man grundlegende Emotionen liest.

Ein Problem mit der Empfindlichkeit.

Eine der Änderungen, die fast sofort vorgenommen werden können, ist die Art und Weise, wie wir sprechen.

Empathie bedeutet natürlich nicht Fähigkeit, Gesichtsausdrücke zu definieren. Es ist eine Art, über andere Menschen nachzudenken, im Allgemeinen über die Welt. Behandeln sie, wie ich behandelt werden möchte. Mit Respekt.

Unterrichten sie das in der Schule? Nein, auf jeden Fall nicht in jeder Schule und nicht auf der ganzen Welt. Obwohl es Orte gibt, an denen Empathie Unterricht genauso wichtig ist wie Sprache oder Mathematik.

Die Dänen führten einen solchen Pflichtunterricht bei Schülern im Alter von 6 bis 16 Jahren ein. Generell spreche ich viel über die dänische Herangehensweise an die Welt, weil ich ihre Aufmerksamkeit bewundere, die sich auf die geistige Belastbarkeit von Kindern und Erwachsenen konzentriert.

Depressive Generation von Narzissten

Ich habe den Eindruck, dass in der deutschen Realität (aber nicht nur in der deutschen) immer noch die Überzeugung besteht, dass eine sensible und einfühlsame Person „schafft das Leben nicht“.

Man muss seine „Ellenbogen„ benutzen, sonst gewinnst du nicht. Ich persönlich bin damit nicht einverstanden. Je länger dieser Glaube anhält, desto weniger einfühlsam werden wir die nächsten Generationen haben.

Ich bin aber von den Forschungen und dem Inhalt des Buches „Unselfie“ überzeugt, in dem der Autor Michele Borba argumentiert, dass Menschen einer Generation, die sich hauptsächlich auf sich selbst konzentrieren, unsere Narzisstinnen, die Millennials genannt werden und fast überall Selfies knistern, anfälliger für Depressionen sind.

Verallgemeinernd, ohne auf Details einzugehen, ist es definitiv alarmierend und seit Jahren sichtbar. Die weniger empathische Generation, desto anfälliger für Depressionen. Man ist weniger geistig resistent gegen die Herausforderungen des Lebens. Empathische Menschen nehmen mehr auf sich, können aber auch in verschiedenen Situationen besser reagieren, insbesondere in Situationen, die sich direkt auf die Sensibilität gegenüber anderen Menschen auswirken.

Verschiedene Gesichter der Depression (ich fasse die an der Universität von Michigan mit 14.000 Studenten durchgeführte Studie zusammen) betreffen 2/3 der Studenten, und viele kleine Kinder haben emotionale und psychische Störungen. Die Jugend von heute ist etwa 40% weniger einfühlsam als die Generation der 80er und 90er Jahre. Und viel anfälliger für Depressionen. Wie schaut es in Deutschland? Leichte depressive Verstimmungen bis hin zu schweren depressiven Störungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Im Vorschulalter sind ca. 1 % der Kinder und im Grundschulalter ca. 2 % betroffen. Aktuell erkranken etwa 3-10 % aller Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren an einer Depression. Laut Statistik stirbt jeden zweiten Tag in Deutschland ein Jugendlicher durch Selbstmord.

Fazit? Es lohnt sich, Kindern schon in jungen Jahren Empathie beizubringen. Warte nicht darauf, dass die Kinder es selbst tun, Erzieherinnen im Kindergarten oder in der Schule. Weil sie es nicht tun. Ball auf der Seite der Eltern.