Stell die eine solche Situation vor. Du stellst den Kuchen auf den Tisch und wartest auf Gäste. Dann siehst du, dass dein Kind (klein, 1-3 Jahre alt) versucht die Zuckerdekoration zu entfernen und den optischen Effekt zu zerstören. Du willst schreien: „Lass es! Das darfst du nicht!“ Du hast aber auch das Gefühl, dass es nicht funktioniert, weil es in letzter Zeit immer weniger funktioniert hat. Verwende einen Ersatz.

Ich weiß, dass in solchen Situationen die Hände fallen, der Blutdruck steigt und man hat kein Bock sich zu fragen, was hinter diesem Verhalten steckt. Warum reagiert mein Kind nicht, wenn ich es verbiete? Wie oft kannst du wiederholen? Und obwohl es absurd klingt, es lohnt sich  in solchen stressigen Situationen, Geduld und positive Kommunikation zu üben. Weil es Tausende solcher Situationen geben wird.

Sicher, du möchtest dein Kind erwürgen, weil es einen Kuchen verdorben hat, aber im Ernst … hilft das Geschrei? Reparierst du den Schaden schneller? Wirst du deinem Kind etwas verständlich machen? Schaffst du die Hysterie zu stoppen?

Wenn du nur kannst, mach einen Schritt zurück. Atme tief ein, bevor du „das darfst du nicht!“ sagst, und versuch mit positiven Tricks zu erklären, was und wie:

  • Erstaunen (nicht zu verwechseln mit Begeisterung): Man, du hast aber kluge Finger! Du hast Blumen gepflückt, und ich brauche sie, weil …
  • Gutes Wort: Ich bin froh, dass dir diesen Kuchen so schmeckt, aber…
  • Benennen der Aktion: Du hast die Dekoration kaputt gemacht. Nur Dies ist weder eine gute (die Wirkung verderbende) noch eine schlechte (böswillige) Handlung. Auf jeden Fall lohnt es sich nicht, diese Situation zu bewertet. Es ist besser, diese Situation zu benennen und auf dieser Grundlage weiter zu erklären: Ich brauche diese ganze Dekoration. Wenn die Kerzen ausgeblasen sind, kannst du sie immer noch aus deinem Stück Kuchen haben.

Was sind das für Erfindungen?

Vielleicht scheinen diese Vorschläge, mit einem Kind zu sprechen der schon wieder was angestellt hat, infantil, seltsam oder bloß will man sagen: Es ist Zeitverschwendung, sich auf eine solche „Pirsch“ einzulassen. Wenn man darf es nicht, d.h. man darf nicht und Punkt!

Du sollst jedoch berücksichtigen, dass dies dein Standpunkt ist – als Erwachsener. Wie oft dieses Geschrei „das darfst du nicht!“ oder „lass das!“sofort gewirkt hat?  Und dazu kommen die „Nebenwirkungen“ des Schreis.

Ich weiß, ich verstehe wirklich, dass manchmal will man einfach NUR EINMAL DEM KIND WAS SAGEN und damit Ruhe zu haben. In diesem Fall jedoch, haben wir mit Kleinkinder zu tun und es kann unwirksam sein. Deshalb suchen wir nach anderen Wegen. Es gibt viele Situationen, in denen es nervenschonend sein kann, ein Verbot in einen Witz oder einen Spiel zu verwandeln. Es ist schon mal deswegen einen Versuch wert, oder?